The Walking Doof

Tag eins in einer postapokalyptischen Zombiewelt: ich sperre einen untoten, hirnlos sabbernden Ehemann im Badezimmer ein, sammle meine Siebensachen zusammen, hetze die Treppe hinunter und verrammle mich ängstlich im Keller. Hier gibt es ein Regal mit eingemachten Lebensmitteln und ausreichend Wasser. Ich sollte eine ganze Weile sicher sein.

Tag sieben einer postapokalyptischen Zombiewelt: ein erschöpfter Überlebender rettet sich mit allerletzter Kraft in ein leer stehendes Haus. Gewaltsam verschafft er sich Zutritt zum Keller und findet dort eine weibliche Leiche vor. Die tote Frau liegt mit dem Gesicht nach unten auf dem Zementboden; ein Glas Erdbeermarmelade in der linken, einen verbeulten Glasöffner in der rechten Hand. Was ist passiert?

Des Rätsels Lösung ist so banal wie peinlich: mit meinen kraftlosen Puddingärmchen schaffe ich es nicht, festsitzende Deckel von ihren Behältnissen zu trennen. Und mit den handelsüblichen Glasöffnern kann ich passenderweise auch nicht umgehen. Im Falle der theoretischen Zombie-Apokalypse würde ich also direkt vor dem prall gefüllten Kellerregal verhungern – es sei denn, ich bäte den hirnlos sabbernden Ehemann, mir ein Glas Pesto aufzumachen. Aber selbst in einer Welt voller Untoter hätte ich dafür zu viel Stolz.

Für diese Gugl da oben waren eigentlich Schattenmorellen eingeplant. Da aber kein Ehemann – weder untot noch quicklebendig – in der Nähe war, um mir das dämliche Glas aufzudrehen, wurden die Kirschen kurzerhand gestrichen. Stattdessen spendierte ich den leckeren Küchlein nach dem Backen eine Runde Schokokrönchen und silbernes BlingBling als Ablenkung für das fehlende Steinobst. Ausserdem blieb ein wenig Teig über, aus dem ich zwölf Mini-Gugl gebacken und zusammen mit weiteren Küchen-Resten in schönster MacGyver-Manier zu einem flotten kleinen Dessert weiterverarbeitet habe. Und mit „klein“ meine ich „winzig“ – die Gläschen waren ursprünglich mal „Petit Desserts“ von Aldi.

Die zwei Varianten möchte ich sehr gerne bei Claras aktueller #ichbacksmir Runde loswerden. Es kommt selten genug vor, dass ich zeitnah bei einem Blogevent mitmache. Dass ich es diesen Monat rechtzeitig zum Tastesheriff schaffe, freut mich deshalb besonders.

Schoko-Gugl
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Saftige Schokoküchlein mit sahnigem Frostinghäubchen
Zutaten
  • 120g weiche Butter
  • 100g Zucker
  • 2 Eier
  • 1 Tl Rum
  • 50g Zartbitter-Schokolade
  • 40g Puddingpulver Tiramisu (oder Schokolade)
  • 60g Mehl
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • 20g gemahlene Mandeln
  • 20g Schokostreusel
  • 100g Schlagsahne
  • 100g Zartbitter-Schokolade
  • Blattsilber (z.B. von KD Torten)
Zubereitung
  1. Die 200g Schokolade in Stücke brechen und in ein mikrowellenfestes Gefäß geben. Die Schlagsahne über die Schokolade gießen. Auf niedriger Wattzahl in 60 Sekunden-Intervallen vorsichtig erhitzen und dabei ab und an umrühren, bis sich Sahne und Schokolade vollständig zu einer glatten Masse verbunden haben. Die Ganache anschließend in den Kühlschrank stellen.

  2. Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Die 50g Schokolade in der Mikrowelle schmelzen. Butter, Eier und Zucker mit dem Mixer geschmeidig schlagen. Anschließend die flüssige, leicht abgekühlte Schokolade und den Rum unterrühren. Backpulver, Mehl und Puddingpulver zum Teig geben und ebenfalls untermixen. Mandeln und Schokostreusel unterheben und den fertigen Teig auf ca. 8 Muffinförmchen verteilen. Auf mittlerer Schiene 25 Minuten backen; danach auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

  3. Die Ganache aus dem Kühlschrank nehmen und mit dem Handmixer kurz aufschlagen. In einen Spitzbeutel mit Sterntülle füllen und auf die abgekühlten Küchlein spritzen. Mit Blattsilber dekorieren.

 

Mini-Gugl Tiramisu
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
"Reste"-Tiramisu mit Schokoküchlein, Vanillepudding, Banane und Kokoslikör
Zutaten
  • 12 Mini-Gugl Schokogeschmack
  • 100g Frischkäse, Doppelrahmstufe
  • 150g fertiger Vanillepudding
  • Kokoslikör zum tränken
  • ½ kleine Banane, in Scheiben geschnitten
  • Karamellsoße
Zubereitung
  1. Gläser zu je 100ml Fassungsvermögen bereitstellen. Frischkäse und Vanillepudding in eine Schüssel geben und mit einem Schneebesen cremig rühren. Etwas Kaffeelikör in ein Tässchen gießen. Einen Mini-Gugl in den Likör stippen, in ein Glas setzen und mit zwei bis drei Bananenscheiben bedecken. Einen weiteren, mit Likör getränkten Gugl auf die Bananenscheiben setzen. Danach komplett mit Frischkäsecreme bedecken. Einen letzten trockenen Gugl auf das Dessert setzen, mit einer Bananenscheibe und ½ TK Karamellsoße garnieren.

Comments

  1. NICHT nur dein Mann sabbert…
    ICH jetzt auch!

    DAS sieht ja SO lecker aus.
    Mit den kleinen Dessert-Gläschen solltest du mal bei Aldi vorsprechen….
    DAS nehmen die doch 100Pro ins Programm auf….
    besser schmecken als dieser süße Schiss der da voher drin war tut es doch allemal!
    – DAS bestätige ich unverschämterweise, unprobiert.

    Deine Pudding-Arm-Geschichte tat richtig gut am frühen morgen! DANKE…

    Zauberhafte Grüße… Katja

  2. Ohhh sind die schokoladig, lecker!
    Ich glaub, die sind ohne Kirschen und ein paar Vitamine eigentlich viel besser. Da geht der Schokoladengeschmack nicht verloren :-)))
    Soviel Schoko am frühen Morgen, hilfe!
    Liebe Grüße,
    Sabine

  3. Du Armes Hascherl!
    Ich kann das gut nachvollziehen!
    Auch ich mit meinen Schlaffiarmen schaffe es nie, irgendwelche Gläser zu öffnen!
    Aber kennst Du nicht den Trick mit dem Löffel? :)
    Deine Rezwpte sehen übrigens beide zum Niederknien aus!

    Liebste Sonnige Grüsse
    Andrea

  4. Schoko statt Schattenmorellen – du hast definitiv die richtige Entscheidung getroffen!! Und ach, deine Bilder… Muss ich erwähnen, dass du mir gerade den Mund ein bisschen wässerig gemacht hast? Ach was, ein bisschen? Sehr sogar! :-)

  5. Ohh die sind wirklich zauberhaft geworden :) gerade die mit der Schokocreme sehen köstlich aus :)

    LG
    Anett

  6. Ohhh, die Bilder sind ja ein Traum! Sind dir echt wunderbar gelungen. Und das Backwerk sieht zauberhaft aus :)
    Bin begeistert!
    LG
    Ela

  7. Zufällig bin ich über diesen Beitrag gestolpert und konnte mich köstlich amüsieren – du hast eine herrliche Art zu Schreiben! Nicht nur, dass die Gugls köstlich aussehen, dein Humor ist es ebenso. Deshalb schaue ich jetzt häufiger mal vorbei :)
    Alles Liebe, Anne

  8. Haha, köstliche Geschichte und köstliches Backwerk! Habe mich köstlich amüsiert ;-)
    Liebe Grüße Maren

  9. Chutaini says:

    Ich habe mich köstlich amüsiert und die Gugls sehen super lecker aus. Liebe Grüsse aus Spanien

  10. Hi! WOW das sieht sehr sehr lecker aus, da kriegt man richtig Lust :)
    Liebe Grüße

  11. Das sieht alles einfach nur köstlich aus :-)!
    Lg Ronja

  12. HA, Ha, Ha !!!!! Köstlich geschrieben, lecker gebacken und grandios fotografiert!

    Ganz liebe Grüße, fräulein glücklich

  13. Hmmmm, die schauen aber lecker aus.
    Ich wäre bei einer Zombie-Apokalypse genauso aufgeschmissen. Ich mobilisiere sämtliche Kräfte, bis mir der Kopf rot anläuft & fast platzt. Irgendwann gebe ich auf, laufe zum Herrn des Hauses (ich hab aber auch schon bei den Nachbarn geklingelt), der dreht dann mal kurz, völlig ohne erkennbare Anstrengung, *klack* & das Glas ist auf.
    Aber wenigstens sagt er dann immer: “Das ging nur so leicht, weil Du schon so gut vorgedreht hast, Schatz.” ;-)

    Liebe Grüße, Schnin

  14. Wenn mich ein vermaledeites Glas mal von seinem Inhalt abhalten will, schnappe ich mir einfach ein Messer und steche damit wie von Sinnen oben in den Deckel. Immer wieder. Zum Glück konnte ich die Leichen und Zeugen immer gut verschwinden lassen, sonst hätte ich schon längt mehrfach lebenslänglich erhalten. Aber wenn man dem Glasdeckel mehrere Stichwunden zufügt, lässt er sich mühelos abschrauben. Muahahahaha!

    Liebe und völlig unschuldige und wahnlose Grüße von der Natali

  15. Die sehen ja göttlich aus! Für meinen Geschmack brauchen die gar keine Kirschen, pure Schokolade trifft es genau :) Auch wenn die Story dazu ziemlich cool war… Liebe Grüße, Carina

Trackbacks

  1. […] Tahiti-Vanille, Kokosraspel, Karamellstückchen und Banane. Eine Kombination, zu der ich irgendwie immer wieder zurückkehre. Die Schokolade bekam von mir ein schickes Outfit und passenden Namen, ging in […]

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