Stolz wie Bolle

Ich bin gerade so uffgeregt wie ein dreijähriger Knirps, der zuhause das erste selbstgemalte Bild aus dem Kindergarten vorzeigt, denn: ich habe mich mit meinen ungeschickten Patschepfötchen  an dieses zickige französische Gebäck namens „Macaron” gewagt! Bewaffnet mit dem Rezept von Aurélie, ganz viel Schweiß auf der Stirn und tausend in den Bart gemurmelten Stoßgebeten ging es an die Arbeit, und zu meinem großen Erstaunen sahen rund zwei Drittel des Blechs nach dem Backen tatsächlich recht annehmbar aus. Zwar mutierte das Rot zu einem hellen Rosa, das Lila wich einem schicken Straßenlaternen-Grau, und statt einer makellos glatten Oberfläche hatten meine Macarons eher die  Haut eines pickligen Teenagers, aber das ist mir sowas von schnuppe! Für den ersten Versuch bin ich mit der Ausbeute zufrieden und schwanke seitdem zwischen Erleichterung und Größenwahn. Plötzlich ist mir sogar danach, die Fäuste in Position zu bringen und meinem Back-Angstgegner Nummer zwei, der bösen runden Biskuitrolle, gehörig eins auf die Omme zu geben!

Aber bleiben wir noch kurz bei der Sache: neben den Franzmännern standen letztes Wochenende auch noch leckere Haselnuss-Nougatkugeln mit einer ordentlichen Portion Schnee aus Puderzucker auf dem Programm. Ganz nebenbei – ich habe den Verdacht, dass dies das heftigste Schneegestöber sein wird, das ich diesen Winter erleben werde. Schnüff. Genau wie die Macarons waren die Kuller für lieben Kaffeebesuch gedacht, der mit einer Lebensmittel-Unverträglichkeit lebt. Auch das war für mich Premiere: die  Zutaten nicht gedankenlos in die Schüssel zu kippen, sondern stattdessen auf den Packungen nachzuschauen, wo sich die fiesen Allergene versteckt haben könnten. Beispielsweise besteht die Füllung der Macarons aus diesem Grund aus einer Ganache mit glutenfreier Schokolade. Neben neuen Rezepten, die ich am Wochenende ausprobiert habe, konnte ich auch die altbewährten Nougatkugeln so umpimpen, dass sie voellig bedenkenlos von „Glutenikern” verputzt werden dürfen und der Geschmack trotzdem nicht auf der Strecke geblieben ist. Auch optisch konnte ich keinen Unterschied zum Original erkennen. Genau deshalb möchte ich die gelungene Abänderung heute in die Runde schmeißen.

Haselnuss-Nougat Kugeln
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Zarte Haselnusskekse mit Nougatkern
Zutaten
  • 100g Butter
  • 50g gemahlene Haselnüsse
  • 50g Puderzucker
  • 1 Ei
  • 170g Mehl (glutenfrei, Schaer Mix C)
  • ½ Tl Zimt
  • 100g Nougat (glutenfrei, z.B. Rapunzel)
  • 2 El Sahne
  • Puderzucker zum Drüberstreuen
Zubereitung
  1. Die ersten sechs Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Schlagbesen eines Handmixers grob verarbeiten. Den Teig nochmals von Hand gut durchkneten, zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einschlagen und zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Den Backofen auf 175° Ober/Unterhitze vorheizen. Aus dem Teig haselnussgrosse Kugeln formen und diese mit genügend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit dem Stiel eines Kochlöffels eine Vertiefung in jede Kugel drücken. Die Kekse ca. 15 Minuten backen und zum auskühlen auf ein Kuchengitter transferieren.

  2. Das Nougat und die Sahne zusammen in einer Schüssel über dem Wasserbad zum Schmelzen bringen und gut verrühren. Die Masse in einen Gefrierbeutel geben und leicht abkühlen lassen. Eine Ecke des Gefrierbeutels abschneiden und die Vertiefungen der Kekse mit der Nougatmasse füllen. Nach dem Erkalten mit Puderzucker bestreuen. Die Kekse sind in einer Gebäckdose verstaut mindestens eine Woche lang genießbar. So lange halten die armen Kuller bei uns allerdings niemals durch.