Schaurige Flattermänner

Ich gebe zu: in einigen Bereichen war ich schon immer leicht zu beeindrucken. Habe ich früher ein ausgefallenes Spielzeug gesehen, setzte der Verstand aus und ich musste es unbedingt haben. Glücklicherweise hatten meine Eltern ein dickes Fell und ließen sich nur selten überreden. Ich erinnere mich aber auch an Ausnahmesituationen, in denen das Objekt der Begierde kurze Zeit später in meinen Besitz überging. Beispielsweise das wahnsinnig tolle, fluoreszierende Playmobil-Gespenst – passte irgendwie so gar nicht in meine Sammlung, die sonst nur aus Cowboys und Indianern bestand; aber egal, es war etwas Besonderes. Die Tatsache, dass der Plastikgeist im Dunklen tatsächlich leuchtete und dafür sorgte, dass ich die halbe Nacht vor Angst nicht schlafen konnte, war schließlich der Grund, warum ich das Gespenst am nächsten Morgen ganz tief unten in der Spielzeugkiste vergrub.

Und auch heute passiert es mir immer wieder, dass ich irgendwas sehe, total beeindruckt bin und es kaufe. Häufig genug ernte ich dafür zuhause ein mitleidiges Lächeln. So auch im Fall der Eiswürfel-Fledermausform. Ich habe sie im Sommer bei einem von der Frau verordneten Einkaufs-Trip bei KD-Torten gesehen und sofort stand fest, dass sie mit nach Hause muss. Daheim durfte ich mir dann natürlich anhören, dass man so eine Form nur einmal im Jahr nutzen kann, und außerdem – wer braucht im kalten Oktober schon Eiswürfel?

Dann stand vor kurzem bei Persis der Halloween Candytable an, und wie durch ein Wunder war meine ach-so-überflüssige Fledermausform plötzlich heiß begehrt. Ob ich denn nicht Lust hätte, mit meiner TOLLEN Form ein paar Pralinen zu machen? Ich verkniff mir einen Kommentar und machte mich stattdessen an die Recherche. Nachdem die Form der Pralinen feststand, wollte ich für die Füllung unbedingt einen blutroten Kontrast zur schwarzen Hülle haben. Da ich im Netz schon ein paar Mal über eine passende Himbeercreme gestolpert bin und Himbeeren liebe, war das Thema auch geklärt, und ich konnte an die Arbeit gehen.

Fledermaus-Pralinen
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Anleitung für einen Schwarm gruseliger Halloween-Pralinen
Zutaten
  • 200 g weiße Schokolade
  • 120 g Himbeerpüree
  • 50 ml Sahne
  • 30 g Butter
  • rote Lebensmittelfarbe (bei Bedarf)
  • Sonstiges:
  • 340g schwarze Candy Melts für die Hohlkörper
  • eine geringe Menge rote Candy Melts (ich hab 10 Stück genutzt) für die Augen
  • eventuell ein wenig Kokosfett
  • Fledermaus Eiswürfelform
  • Spritzbeutel
Zubereitung
  1. Als erstes habe ich mich an die Hohlkörper gemacht. Hierfür die schwarzen Candy Melts in kurzen Intervallen in der Mikrowelle erhitzen, bis sie flüssig werden. Dann die einzelnen Fledermäuse mit einem Pinsel ausstreichen. Die Form dann zum Aushärten für ca 10 Minuten in den Kühlschrank stellen und das Ganze mit einer zweiten Schicht wiederholen, damit die Hohlkörper auch stabil sind.

  2. Die Sahne wird zusammen mit der Butter leicht erhitzt (auf keinen Fall kochen lassen). Anschließend gibt man die Schokolade dazu und rührt alles gut um, bis sich die Schokolade aufgelöst hat. Dann gibt man das Himbeerpüree dazu und rührt ebenfalls noch einmal gut um. Hätte man die Farbe der Masse gern noch etwas "blutiger" (von Hause aus ist sie eher dunkelrosa), werden jetzt ein paar Tropfen rote Lebensmittelfarbe eingerührt.

  3. Die Füllung ein paar Minuten abkühlen lassen, damit sie nicht zu heiß ist und unsere Hohlkörper schmilzt. Nun füllt man sie in einen Spritzbeutel um und fängt an, die Hohlkörper zu füllen. Bitte daran denken, die Formen nur zu rund 80% zu füllen, damit man noch genug Platz für den Boden hat.

  4. Die Form nun noch einmal ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit die Füllung ein wenig fester werden kann. Anschließend kann man die Pralinen mit den schwarzen Candy Melts verschließen. Nun noch einmal ein paar Minuten in den Kühlschrank und danach kann man die Pralinen vorsichtig herauslösen.

  5. Was jetzt noch fehlt, sind die Augen. Dafür habe ich die roten Candy Melts zusammen mit ein wenig Kokosfett (sorgt dafür, dass die Candy Melts flüssiger werden) ebenfalls schnell in der Mikrowelle aufgelöst. Ich habe mir dann einen Einweg Spritzbeutel geschnappt, die oberen zwei Drittel abgeschnitten und eine kleine Lochtülle eingesetzt. Bevor ich den Fledermäusen ihre Augen verpasste, habe ich die richtige Dosierung der Schokolade erst auf einem Stück Papier geübt. Ist auch dieser Schritt erledigt, kommen die fertigen Fledermäuse in den Kühlschrank, wo sie ca. 1 Woche haltbar sind.
Hinweis
Ergibt ca. 30 Stück

Letzter Sommerhauch

Manchmal verstehe ich meinen Chef nicht. Als ich ihn letztens fragte, ob es für ihn ok wäre, wenn ich zukünftig von Zuhause aus arbeite, runzelte er die Stirn und fragte, was denn der Auslöser sei. Meine Begründung, dass ich dann nebenbei auch genug Zeit hätte, neue Pralinenrezepte auszuprobieren, stieß  auf völliges Unverständnis. Ich erinnere mich an eine Aussage wie: „Sag mal, drehst Du völlig am Rad?“ Dass er sich nebenbei gerade die fünfte Praline, welche ich morgens mit ins Büro gebracht hatte, in den Mund schob, kam ihm dabei nicht mal ansatzweise komisch vor.  Auch mein Vorschlag zur Güte, sein Einzelbüro in eine kleine Küche zu verwandeln, in der ich mich austoben kann, stieß auf taube Ohren. Was bleibt mir also anderes übrig, als auch weiterhin nach Feierabend die neusten Pralinenkreationen auszuprobieren?

Dieses Mal fiel mir die Wahl nicht leicht. Auf meiner Liste sind schon zu viele Rezepte, die wahnsinnig lecker klingen. Geworden sind es dann mit Erdbeerpulver umhüllte Weisse-Schokolade-Kokos Pralinen. Schnell gemacht und wenig Zutaten sind von Nöten.

Die Pralinen nehmen übrigens am Event “Versuchungen in Rot” von Little Red Temptations teil.
littleredtemptation

PS: Kurzfristig war ich am überlegen, für meinen Chef ein paar „spezielle“ Pralinen zu machen. Nicht in Erdbeerpulver sondern Chilli Pulver gerollt. Aber irgendwie hatte ich die Befürchtung, dass er diesen Scherz nicht versteht.

PPS: die Bilder sind diesmal von mir, teilweise mit Fernauslöser geknipst. Wie schlage ich mich?

Kokos-Erdbeer Kugeln
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Sommerlche Pralinen aus weißer Schokolade und Kokos, gerollt in fruchtigem Erdbeerpulver
Zutaten
  • 300g weiße Schokolade
  • 100g Sahne
  • 150g Kokosflocken
  • 2 EL Kokoslikör
  • 50g Schokokekse
  • Erdbeer-Fruchtpulver zum wälzen
Zubereitung
  1. Als erstes werden die Kekse zu kleinen Bröseln verarbeitet (ich hab mir hier die Küchenmaschine geschnappt, geht am schnellsten). Danach wird die Schokolade klein gehackt und in die zuvor leicht erhitzte Sahne gegeben. Das Ganze lässt man nun kurz stehen, bis die Schokolade anfängt, sich aufzulösen. Nun so lange rühren, bis man eine schön cremige Masse bekommt. Jetzt werden die Kokosflocken, die zermahlenen Kekse sowie der Kokoslikör dazu gegeben (den Likör lässt man natürlich weg, wenn Kinder mitfuttern) und noch einmal gut durchgerührt.

  2. Anschließend lässt man die Masse ca. 30 Min im Kühlschrank abkühlen, damit sie ein wenig fester wird. An dieser Stelle wichtig: nicht mit Folie oder ähnlichem abdecken, da sich sonst Kondenswasser bilden kann, das in die Schokomasse gelangt und die Konsistenz ruiniert. Nach dem Abkühlen fängt man an, kleine Mengen abzunehmen und daraus Kugeln zu formen. Diese wiederum werden in dem Erdbeerpulver gewälzt, bis sie komplett bedeckt sind. Sind alle Kugeln fertig, lässt man sie noch einmal 1-2 Stunden im Kühlschrank fester werden und rollt sie anschließend noch einmal im Erdbeerpulver, da die erste Schicht teilweise einzieht und man keine komplette Ummantelung mehr hat. Natürlich kann man anstellt des Erdbeerpulvers auch andere Dinge zum Verfeinern wie z.B. Kokosflocken, Schokostreusel oder Krokant nehmen. Hier sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Die fertigen Kugeln bewahrt man am besten im Kühlschrank auf.
Hinweis
Ergibt ca. 35 Stück

Indische Versuchung

Wer bei dem Titel nun erwartet, kleine schokoladige Szenen aus dem Kamasutra zu sehen, den muss ich leider enttäuschen ;) Der Titel bezieht sich vielmehr auf eine Schoko-Schweinerei mit Suchtpotential.

Angefangen hat alles kurz nach unserem Umzug in “die große Stadt” vor nun rund zwei Jahren. Kannten wir bis dato nur die Pommesbude um die Ecke, diverse Dönerläden und den Pizzaboten, wurden wir hier förmlich erschlagen von kulinarischen Highlights. Griechen, Running Sushi, Inder, Steakhäuser … also was macht man als Kind vom Lande? Man futtert sich einmal quer durch das komplette Angebot. Bis zum Inder kamen wir immerhin, doch weiter irgendwie nicht. Denn zum einen wäre da dieses verdammt leckere Butter Chicken; zum anderen schlürft Persis schon immer gerne das ein oder andere Glas Mango-Lassi. Und das gibbet halt nur beim Inder unseres Vertrauens.
Ok, man könnte jetzt noch diese fertigen Lassi-Varianten aus der Kühltheke erwähnen, die, kaum dass ich mal nicht hinschaue, gleich im Einkaufswagen landen, oder unzählige Mangos, die mit dem heimischen Mixer gequält und in eben diese Leckerei verwandelt werden. Kurzum, Persis liebt Mango-Lassi. Was liegt da näher, als ihr eine kleine Freude mit selbigem in Pralinenform zu machen?

Die Suche nach einem passenden Rezept war recht einfach, da diese Art Pralinen scheinbar sehr begehrt sind. Unter anderem ist ein Rezept dafür im Pralinen- und Konfektbuch des GU-Verlags zu finden, ebenso wie auf der Seite Pralinenwahnsinn, die ich gerne besuche. Dieses Mal, vor allem dem Wetter geschuldet, wollte ich keine Hohlkörper selbst machen. Also habe ich auf fertige Hohlkörper vom Pati-Versand zurückgegriffen. Macht das ganze natürlich wesentlich einfacher und man spart eine Menge Zeit. Doch als erstes geht es an die Füllung:

Mango Lassi-Pralinen
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Kühle Schokoladenpralinen mit einer fruchtig-frischen Füllung
Zutaten
  • Füllung:
  • 100 g weiße Kuvertüre
  • 100 g Mangopüree
  • 1 TL Kurkumapulver
  • 50 g Joghurt
  • Sonstiges:
  • 28 Vollmilchkugeln Hohlkörper
  • 150g Vollmilchkuvertüre
  • Schokolade oder Candy Melts zum Verzieren
  • Zubehör :
  • Dosierflasche
  • Gefrierbeutel
  • Backpapier
  • Pralinengabel
Zubereitung
  1. Die weiße Kuvertüre kleingehackt in eine hitzebeständige Schüssel geben. Das Mangopüree und das Kurkuma in einem Topf bei mittlerer Hitze kurz aufkochen lassen. Danach vom Herd nehmen und über die Kuvertüre geben. Das ganze so lange rühren, bis sich die Kuvertüre aufgelöst hat. Nun nur noch den Joghurt unterrühren und das ganze rund eine halbe Stunde abkühlen lassen.
  2. Die fertige Masse nun in eine kleine Dosierflasche geben und vorsichtig die Hohlkörper füllen. Da die Kugeln anschließend noch versiegelt werden müssen, bitte ungefähr 2 mm Platz lassen beim Einfüllen.

  3. Die gefüllten Pralinen nun noch einmal ca 30 Minuten an einem kühlen Ort fester werden lassen. In der Zwischenzeit können die übrigen 150g Kuvertüre verflüssigt werden. Ein kleiner Teil davon wird genutzt um die Hohlkörper zu verschließen, der Rest, um den Pralinen einen kompletten Überzug zu geben.

  4. Zum Versiegeln der Hohlkörper ca. 30g der geschmolzenen Kuvertüre in einen kleinen Frühstücksbeutel füllen, diesen an einer Ecke aufschneiden und anschließend jeweils einen kleinen Klecks auf die Öffnung der Pralinen geben. Ist die Versiegelung fest, kann es ans Umhüllen der Pralinen gehen, damit der Gussrand der Hohlkörper nicht mehr so deutlich zu sehen ist. Die Pralinen dafür mit einer Pralinenkabel in die flüssige Kuvertüre tunken und danach vorsichtig auf einem Stück Backpapier ablegen.