Paketfreuden

Als ich letzten Montag die Nachricht bekam, dass mein PAMK-Paket auf dem Weg sei, war ich sehr, sehr aufgekratzt. Ich schnappte mir Kuchenteller und  Sabberlaetzchen und setzte mich an das Wohnzimmerfenster, die Strasse direkt im Blick. Waehrend ich sehnsuechtig auf den Postmenschen wartete, dachte ich darueber nach, dass die Losgoettinnen es diesmal besonders gut mit mir meinten. Ich sollte nicht nur etwas aus einer der schoensten Staedte Deutschlands zugeschickt bekommen  – diesmal waren meine Tauschpartnerinnen sogar zu zweit. Der Email-Kontakt zwischen Anna, Lisa und mir war sehr nett, und die Maedels reagierten zu meiner Erleichterung verstaendnisvoll darauf, dass sich mein Fress-Paket an sie etwas verspaeten wuerde.

Ich rutschte also zwei Tage ungeduldig und mit platten Hintern auf dem Stuhl herum, machte einen langen Hals, sinnierte ueber mein Glueck, bekam langsam etwas Hunger und nickte wahrscheinlich sogar  das ein oder andere Mal ein. Am spaeten Mittwochnachmittag dann bimmelte es endlich an der Tuer. Dem gestressten DHL-Fahrer, der schon knietief in Weihnachtspost zu stecken schien, riss ich das Paket foermlich aus der Hand. Beim Auswickeln war ich dann trotz grosser Aufgeregtheit vorsichtiger und liess mir Zeit. Allein die handbemalte Kiste war es wert, ausfuehrlich von allen Seiten begutachtet zu werden. Anna und Lisa hatten mir naemlich eine Schatzkiste angefertigt, komplett mit Schloss, passender Karte und Schluessel (welcher der Auspackaktion uebrigens als erstes zum Opfer fiel). Der Inhalt des Schatzkaestchens zauberte mir ein breites Grinsen auf mein Gesicht,  das auch Tage spaeter noch anhaelt und wahrscheinlich operativ entfernt werden muss. Nicht nur leckeres Gebaeck mit Marzipan und Kuller mit einer ordentlichen Portion Eierlikoer lagen im Karton, sondern auch ein ziemlich toll eingepackter Baumkuchen. Als staatlich anerkannte Bastelniete schaue ich mir Verpackungen immer besonders gerne an; in der Hoffnung, mir vielleicht den ein oder anderen Trick abschauen zu koennen. Aber auch diesmal kam ich nicht hinter das Geheimnis, wie man ein Stueck Papier in einen passgenauen, winzigen Kuchencontainer verwandelt. Vor so viel Koennen verneige ich demuetig mein Haupt.
Als letztes kamen meine Favoriten zum Vorschein: eine Herde Rentiere, die sich als Cake Pops mit Lebkuchengeschmack tarnten. Irgendwer muss den Rentieren verraten haben, dass man sich im norddeutschen Wischiwaschi-Winter schnell mal was wegholt, denn alle trugen einen entzueckenden, selbstgestrickten Schal um den Hals.

So liebevoll alles auch verpackt war – Kekse, Schneebaelle, Baumkuchen sowie Cake Pops erlagen alle demselben Schicksal und wurden innerhalb kuerzester Zeit vernichtet. Uebrig blieben das verklaerte Dauergrinsen und ein kuscheliges Gefuehl im Bauch, weil sich zwei wildfremde Menschen am anderen Ende Deutschlands hingesetzt und mir ein so wahnsinnig schoenes Paket zusammengestellt haben. Danke Anna, danke Lisa – auch dafuer, dass ich die PDF-Datei mit den Rezepten bei mir hochladen und teilen darf!

Zum Schluss noch fix etwas in eigener Sache: laut random.org kann sich Jessica von kuchen-schlacht demnaechst ueber weihnachtliche Backutensilien von Wilton freuen.

Ich bin der Picknicker

PAMK @yumlaut.de

Auf die Uhr schielen, mit den Fingern auf dem Tisch herum trommeln, die sieben Sachen packen, noch fix „tschuess!“ rufen, durch die Stadt hetzen, ungeduldig an der Bushaltestelle auf und ab tigern, rote Ampeln verfluchen, den Busfahrer im Geiste antreiben, sich einen Weg durch die mitfahrenden Passagiere bahnen, beinahe rennend das letzte Stueck zu Fuss zuruecklegen, zuhause ankommen, drei Minuten mit dem falschen Schluessel in der Haustuer herumstochern, ueber den dicken Kater stolpern, Tasche in die Ecke schmeissen, klingelndes Telefon ignorieren, endlich DAS PAKET in den Haenden halten, es aufmachen – nein, eher aufreissen; dabei kreischen wie ein dreizehnjaehriges Maedchen beim Justin Bieber-Konzert, unterzuckert ein paar wackelige Bilder knipsen, mit vollbepackten Armen aufs Sofa plumpsen … und ganz gemuetlich und voellig ungierig durch das Sortiment an Leckereien schnabulieren, das Helene mir geschickt hat.

PAMK @yumlaut.de
Tolle Sachen sind dabei: Clafoutis mit Birne, eine Tarte mit Ziegenkaese und Feige, CousCous-Salat mit Antipasti und eine Flasche Zitronensirup mit Rosmarin. Ich schaeme mich fast ein bisschen fuer meine Gefraessigkeit, aber bis auf einen Rest Sirup ist tatsaechlich nix mehr da, so lecker war alles. Beinahe beaengstigend, wie gut Helene meinen Geschmack getroffen hat. Auf ihrem Schreibtisch steht offenbar eine Kristallkugel. Die Verpackungen waren ebenfalls wahnsinnig schoen. Vielleicht klingt es ein wenig affig, aber die (bedruckten? aufgebuegelten?) Glas-Haeubchen werde ich in der dazugehoerigen Holzschachtel aufbewahren, als Andenken an meine erste, aber garantiert nicht letzte Runde Kuechenpost. Ich freue mich wie ein Schnitzel. Kein Scheiss Mann.

PAMK @yumlaut.de

Hier geht die Post ab

PAMK @yumlaut.de

Ich freue mich so doll, dass ich Regenboegen pieseln koennte! Mein Paket mit Selbstgemachtem ist naemlich heil und in einem Stueck bei meiner Tauschpartnerin Helene angekommen. Und der Inhalt gefaellt ihr sogar, hurra! Das heisst: Premieren-Mission Post aus meiner Kueche accomplished. Leicht fiel es mir nicht, dem Thema dieser Runde, “Picknick”, gerecht zu werden. Haufenweise verderbliche und sperrige Leckereien schwirrten mir im Kopf herum. Macht es Helene etwas aus, wenn ihr beim Oeffnen des Pakets der nicht-mehr-ganz-so-frische Nudelsalat mit Mayo entgegenkriecht? Wie zum Henker bekomme ich den Kasten Bier in der niedlichen kleinen Pappschachtel verstaut?

Letzten Endes gelang es mir dann doch, eine Auswahl leckeres (und komplett harmloses) Picknick-Happa zusammenstellen. Ueberwiegend suess isser geworden, der Picknickkorb. Und irgendwie sehr rosa, als haette Hello Kitty einmal druebergeruelpst. Helene konnte mir jedoch glaubhaft versichern, dass ihr das Farbschema sogar gefaellt. Erleichtert mich kolossal. Aber nun moechte ich euch flott mit den Gaststars des heutigen Picknicks bekannt machen:

Bananen-Schokokuchen @yumlaut.de

Bananen-Schokokuchen
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Leckerer Rührkuchen; eine klasse Verwertungsmöglichkeit für überreife Bananen
Zutaten
  • 200g brauner Zucker
  • 250g weiche Butter
  • 3 Eier
  • 3 grosse Bananen
  • 100g Zartbitter-Schokolade
  • 20g Backkakao
  • 1Tl Zimt
  • 300g Mehl
  • 1 Paeckchen Backpulver
Zubereitung
  1. Backofen auf 175° Ober/Unterhitze vorheizen. Butter und Zucker schaumig ruehren. Die Eier Stueck fuer Stueck zugeben. Zimt und Kakao unterruehren. Die Schokolade bei geringer Wattzahl in der Mikrowelle schmelzen und mit dem Teig vermengen. Die Bananen mit einer Gabel zerdruecken und das Mus zum Teig geben. Mehl und Backpulver vermischen und unter den Teig ruehren. Die Masse in eine gefettete Springform (26cm) oder 4 Einweg-Kastenkuchenformen à 500ml Fassungsvermoegen geben und ca. 60 Minuten backen. Den Kuchen eventuell nach 45 Minuten mit Alufolie abdecken, damit er nicht zu dunkel wird. Staebchenprobe!

Gewürzenüsse vom Blech @yumlaut.de
Gewuerznuesse vom Blech
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Ein schneller Snack und tolle Alternative zu klassischen Süßigkeiten
Zutaten
  • 200g gemischte Nuesse (in meinem Fall Haselnuesse, Mandeln, Cashews und Walnuesse)
  • 2 El fluessiger Honig
  • 1Tl Rapsoel
  • 1 kleine getrocknete Chilischote
  • 1 Tl Paprikapulver (rosenscharf)
  • ½ Tl Currypulver
  • etwas Fleur de Sel
Zubereitung
  1. Backofen auf 225° Ober/Unterhitze vorheizen. Nuesse zusammen mit Honig und Rapsoel in eine Schuessel geben und gut mischen. Chilischote im Moerser zerkleinern, mit Paprikapulver, Curry und dem Salz zu den Nuessen geben. Gruendlich mischen, bis alle Nuesse mit den Gewuerzen bedeckt sind. Nuesse auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und unter haeufigem Ruehren in 7-8 Minuten goldbraun roesten, herausnehmen und abkuehlen lassen.
Hinweis
Rezept nach Eat Smarter

Himbeer-Brausepulver @yumlaut.de
Himbeer-Brausepulver
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Eine Blubberbrause, wie ich sie auch schon als Kind getrunken habe
Zutaten
  • 1 Paeckchen Goetterspeise-Pulver
  • Natron
  • Zitronensaeure
  • Zucker
Zubereitung
  1. Neun Loeffelspitzen Natron mit drei kleinen Teeloeffeln Zitronensaeure in einem Glas miteinander mischen. Erst 3 grosse Teeloeffel Goetterspeise-Pulver, dann 3 grosse Teeloeffel Zucker dazugeben und untermischen. Die Brausepulvermischung auf drei Glaeser verteilen und mit kaltem Wasser auffuellen. Gut umruehren und bei Bedarf etwas nachsuessen. Mit Eiswuerfeln servieren.

PAMK-Kekse @yumlaut.de

Das Rezept fuer die Kekse habe ich hier bereits stehen. Die Idee hinter dem Keks: bei einem Picknick muss nicht auschliesslich gefuttert werden. Anstatt sich wohlig seufzend und den prallgefuellten Puddingbauch reibend gegen den naechsten Parkbaum zu lehnen, kann man sich auch anderweitig betaetigen. Koerperlich tut nicht not; da macht der volle Bauch wahrscheinlich nicht mit. Ein Strategiespiel, das Unterhaltung und Nachtisch in einem ist, geht aber immer.

Zuerst kam ich auf die Idee, Helene ein Scrabble-Spielbrett auszudrucken und kleine Buchstaben-Kekse zu backen. Bis ich bei wikipedia las, dass fuer ein komplettes Scrabble-Brett 102 Steinchen benoetigt werden. Prompt wurde ich etwas blass um die Nase und Scrabble schnell wieder verworfen. Idee Nummer zwei, ein Tic Tac Toe-Spielbrett, klang schon deutlich umsetzbarer. Ich bastelte mir in PS eine Vorlage zurecht, druckte sie in DIN A4 aus und liess sie laminieren. Wir wollen ja schliesslich keine Pfotenabdruecke auf dem Spielfeld. Die Kekse fungieren uebrigens als Spielfiguren. Sie haben den Vorteil, dass Helene dem Gegner die Spielzuege wegmampfen und so seinen Sieg vereiteln kann. Ha! Da macht man doch gerne einen auf Spielverderber!
Wer sein eigenes Ruendchen Tic Tac Toe zocken moechte, darf sich die Vorlage gerne runterladen (auf das Bild klicken und dann per Rechtsklick speichern).

Dies war also die Post aus meiner Kueche. Es hat mir grossen Spass bereitet, fuer Helene Rezepte auszuknobeln und an der Verpackung herumzufeilen. Und natuerlich bin ich wahnsinnig gespannt, was sie lustiges fuer mich zaubern wird. He, Helene! Mein Mann traegt die Nachricht, dass Du ihm keine Portion Filet mit Pommes in das Tauschpaket schmuggeln kannst, mit mehr Fassung, als ich ihm zugetraut habe.

Zum Schluss moechte ich Mel Stampz erwaehnen, von der ich die pattern fuer Spielbrett und Etiketten ausleihen durfte. Ein besonderer Dank geht natuerlich auch an die drei Damen vom Grill, ohne die es keine Kuechenpost gaebe: Clara, Jeanny und Rike. Bei der naechsten Runde bin ich auf jeden Fall wieder mit an Bord. Apropos “naechste Runde”: wann geht es denn endlich wieder lo-hooos? Sind wir bald da-haaaa?!