Sowas von die Nase voll!

Hach, dieses Jahr war Weihnachten richtig, richtig nett! Zwar gab es wieder keinen Schnee, aber dafür war das Essen reichhaltig und lecker, und über zu wenig Geschenke von den liebsten Menschen der Welt kann ich mich auch nicht beklagen.

Sogar der dicke Mann mit dem weißen Bart hatte ein großes Paket für mich vorbeigebracht. Diese Geste fand ich so aufmerksam, dass ich das leichte Kratzen im Hals ignorierte, welches mich beim auspacken des bunten Geschenks überkam. Lage um Lage kämpfte ich mich durch raschelndes Papier – dass mir dabei der Schweiß auf der Stirn stand, schob ich auf die Kaminfeuer-DVD in der Glotze. Nach einer Weile hatte ich es unter starkem Husten endlich geschafft, Geschenkpapier, Ringelbänder und Schleifchen restlos zu entfernen. Neugierig und mit tropfender Nase hob ich den Deckel des Kartons, um zu sehen, was sich darunter verbarg. Es war ein kleines Kärtchen, auf dem stand “Frohe Weihnachten und viel Spaß mit Deiner Erkältung. Vielleicht ist es Dir eine Lehre und Du erzählst im nächsten Jahr nicht wieder jedem Kind, dass es mich gar nicht gibt. Gruß, S. Claus.“ Was für ein fieser alter Sack!

Und das ist der Grund, weshalb ich erst heute zeige, welche selbstgemachten Naschereien auf unseren bunten Tellern lagen. Neben den unvermeidlichen Nougattalern suchte ich mir Sorten aus, mit denen ich die zweite meiner neuen Gebäckformen für Springerle aus dem Änis Paradies ausprobieren konnte. Insgesamt lässt sich sagen, dass auf den bunten Tellern gekauftes und selbstgemachtes Marzipanzeugs eindeutig die Nase vorn hatte, so wie ich es am liebsten mag.
Apropos „Nase“ – in meinem Riechkolben (und auch in den Nebenhöhlen) ist leider immer noch geschlossene Gesellschaft angesagt, weshalb ich mich an dieser Stelle auch schon wieder zurückziehen werde, um weiter vor mich hinzuleiden. Ich wünsche euch bereits jetzt einen unübertrefflichen Übergang in ein schönes und gesundes Jahr 2014! Wir sehen uns wieder, mit Konfettiresten im Haar und Weihnachtspfunden auf den Hüften. Versprochen!

Frankfurter Brenten
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Feines gebackenes Marzipan mit zarter Kruste und weichem Kern
Zutaten
  • 400g Marzipan-Rohmasse
  • Ca. 100g Puderzucker + etwas mehr zum Ausrollen & Bestäuben der Springerleform
  • 1 Tl Orangenblütenwasser
  • 1Tl Zitronenabrieb
Zubereitung
  1. Das Marzipan mit dem Puderzucker, dem Orangenblütenwasser und Zitronenabrieb kneten. Auf einer mit Puderzucker bestäubten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen. Die Springerlemodel ebenfalls mit Puderzucker bestäuben und in das Marzipan drücken. Die Model vorsichtig vom Marzipan ziehen, das Abbild mit einem Messer (oder einem passenden Ausstecher) aus dem Marzipan schneiden und auf Backpapier legen. Eventuellen Überschuss an Puderzucker mit einem weichen Pinsel entfernen. Die Frankfurter Brenten nun mindestens über Nacht (bei mir: 24 Stunden) antrocknen lassen. Den Backofen auf 200°C Ober/Unterhitze vorheizen, das Gebäck im oberen Drittel 5-7 Minuten leicht anbräunen und anschließend aus dem Ofen ziehen. Die fertigen Brenten komplett auf dem Backblech auskühlen lassen.

Orangen "Springerle"
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Orangengebäck mit weihnachtlichen Auflegern aus Modellierschokolade
Zutaten
  • 1 Portion gekühlter Keksteig
  • 200g Vollmilchschokolade
  • ½ Tl Lebkuchengewürz
  • Ca. 90g Heller Sirup (z.B. Grafschafter)
  • Schwach entölter Kakao zum Ausstäuben der Springerleform
Zubereitung
  1. Die Schokolade schmelzen. Das Lebkuchengewürz einrühren. Den abgemessenen Sirup nach und nach zur flüssigen Schokolade geben und dabei stetig umrühren, bis sich Schokolade und Sirup zu einer teigähnlichen Konsistenz verbunden haben. Den „Teigklumpen“ in einen Gefrierbeutel geben und von außen kneten, bis ein fester Ball entstanden ist. Diesen danach innerhalb des Gefrierbeutels glattstreichen und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

  2. Die Modelliermasse am nächsten Tag eine Stunde vor der Verwendung aus dem Kühlschrank nehmen. Danach portionsweise weich kneten. Die Springerleform mit dem Kakao bestäuben, einen Ball Modellierschokolade hineinpressen und mithilfe eines Rollstabs glatt andrücken. Die Schokolade abziehen, den Abdruck mit einem Keksausstecher ausschneiden und auf Backpapier legen. Überschüssiges Kakaopulver mit einem weichen Pinsel entfernen.

  3. Den Keksteig nach Anweisung ausrollen, ausstechen (mit demselben Ausstecher, der schon für die Schokolade benutzt wurde) und backen. Die Schokoladenaufleger auf den noch warmen Keksen platzieren und vorsichtig andrücken. Durch die Hitze schmilzt die Schokolade etwas und verbindet sich so mit der Keks-Oberfläche. Die fertigen Kekse komplett auskühlen lassen.

Toffee-Karamell Marzipankartoffeln
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Der Klassiker auf dem bunten Teller in der Karamell-Version
Zutaten
  • 400g Marzipan-Rohmasse
  • Ca. 60-70g Puderzucker
  • Toffee Flavor (z.B. English Toffee, LorAnn)
  • 30g Karamellkakao (z.B. The Fudge, Becks Cocoa)
  • 30g schwach entölter Kakao
Zubereitung
  1. Beide Kakaosorten in einem tiefen Teller mischen. Marzipan-Rohmasse mit Puderzucker kneten und nach Belieben Toffee Flavor hinzufügen. Marzipan zu Kugeln formen. Diese auf den Teller mit dem Kakao geben und solange vorsichtig schütteln, bis alle Kugeln komplett mit Kakao bedeckt sind.
Hinweis
Anstelle des Karamellkakaos harte Karamellbonbons (z.B. Werther’s Original) im Universalzerkleinerer mahlen und zum Kakao geben.

Vielleicht mögt ihr noch einen kleinen Abstecher Richtung „Genusskochen“ wagen, wo sich diverse Damen derzeit mit Gastbeiträgen austoben, während die Blog-Besitzerin Doris ihren Urlaub in New York verbringt. Mit einem Klick auf das Bild gelangt ihr zu meinem Gastauftritt vom zweiten Weihnachtstag.

Erdnussbutter & Vanilla Chai Küchlein