Halloween-Nachwehen

Na ihr Nasen, Halloween gut überstanden? Habt ihr mit euren Kindern die Nachbarschaft unsicher gemacht, oder seid ihr daheim geblieben, um Massen von Mumien, Monstren und Mutationen mit Süßigkeiten zu versorgen? Habt ihr euch mit einem Korb voll selbstgemachter Leckereien auf dem Schoß hinter der Haustür postiert und geduldig auf das erste „Klingeling“ gewartet? Fühltet ihr euch dazu verpflichtet, den Korbinhalt während der Klingelpausen stichprobenartig auf Geschmack und Frische überprüfen? Seid ihr später dann mit Bauchdrücken in die Heia gestolpert und in einen unruhigen Schlaf voll schokoladener Alpträume gefallen? Versucht ihr heute am ersten November immer noch, dem Zucker-Hangover mit viel Flüssigkeit Herr zu werden? Würgt ihr zu diesem Zweck in genau diesem Moment eine Kopfschmerztablette herunter und versprecht euch dabei, nie, nie, nie wieder Schokoladenkekse anzurühren? Tatsächlich? Dann können wir uns getrost die Hände reichen, denn mir geht es heute auch nicht viel besser.

Da nach Halloween aber auch gleichzeitig vor Halloween ist und kommendes Wochenende bestimmt noch die ein oder andere Party stattfinden wird, würde ich euch sehr gerne zeigen, was es bei uns am gruseligsten Tag des Jahres zu futtern gab. Den Anfang machen Kekse, die ich so schon das dritte Jahr in Folge gebacken habe, weil sie einfach fürchterlich schnell gemacht sind. Den Geist-Ausstecher aus diesem Set nahm ich nicht nur für den dunklen Keksteig, sondern auch die weißen Fondantaufleger, die mit etwas Honig auf die gebackenen Kekse geklebt wurden. Augen und Mund sind Schokotröpfchen von Schwartau, die ich in den noch weichen Fondant drückte. Die Fondantaufleger für die Kürbiskekse entstanden mit einem Push N Print Ausstecher von Wilton. Leider wird er seit einiger Zeit nicht mehr produziert. Die Kürbisse habe ich mit Goldpuder abgepinselt, was man auf den Bildern durch das Tütchen nur schwer erkennen kann. Apropos Tüte: die habe ich bei Amazon gekauft (Format 100×150, nicht 40×60 wie in der Beschreibung) und mit einem selbstgestalteten Label versehen. Wer mag, kann es gerne herunterladen (Rechtsklick, Grafik speichern unter). Danach wird das Label ausgedruckt, ausgeschnitten, in der Mitte gefaltet und mit Heftklammern am gefüllten Beutelchen befestigt.

Diese Art Geister habe ich schon so oft im Netz gesehen und mich deshalb sehr gefreut, dass ich dieses Jahr die Zeit fand, sie selbst zu backen. An der Tür habe ich die Geister nicht verteilt, weil sie arg zerbrechlich sind, aber auf Marmor-Cupcakes gepflanzt waren sie ein lustiger Hingucker beim Kaffeeklatsch mit meiner Freundin. Übriggebliebenes Baiser kam in eine Keksdose und wurde dem Mann zur Arbeit mitgegeben. Seine Kollegen stehen seltsamerweise total auf das obersüße Oma-Gebäck.

 

Baiser-Geister
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Gruseliges Schaumgebäck für Halloween
Zutaten
  • 2 Eiweiß, Größe M
  • 100g Zucker
  • 1 Tüte Vanillezucker
  • Schwarzer Lebensmittelstift oder etwas geschmolzene Schokolade
Zubereitung
  1. Den Backofen auf 120° Ober/Unterhitze vorheizen. Zucker und Vanillezucker in einer Schale mischen. Das Eiweiß in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer sehr steifschlagen. Die Zuckermischung dabei nach und nach einrieseln lassen. Baisermasse in einen Gefrierbeutel (oder Spritzbeutel mit kleiner Lochtülle) füllen und eine kleine Ecke abschneiden. Einen Baisertuff auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Dem Tuff seitlich zwei Ärmchen aufspritzen. Den Rest der Baisermasse ebenso verwenden. Das Backblech in die Mitte des Backofens schieben und ca. 1,5 Stunden trocknen. Die Backofentür dabei einen winzigen Spalt geöffnet halten, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Anschließend den Backofen ausschalten und das Baiser bei offener Ofentür noch einige Stunden lufttrocknen. Den Baisergeistern mit Lebensmittelstift oder etwas geschmolzener Schokolade drei Punkte für Augen und Mund aufmalen. Luftdicht in einer Dose aufbewahren.

 

Die Marshmallow-Pops enstanden aus einer Laune heraus, weil ich eine angebrochene Tüte XXL-Marshmallows im Schrank entdeckte und spontan an die Äpfel auf meinem süßen Halloween-Buffet denken musste. Durch die kurzen Trockenzeiten der Fettglasur waren sie sehr schnell gemacht und gestern Abend tatsächlich auch als Erstes aus dem bunten Korb verschwunden. Die Tags habe ich bei Tanja entdeckt. Sie passten wie die Faust aufs Auge.

 

Halloween-Nachwehen
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Mäusespeck am Stiel mit Schokoüberzug
Zutaten
  • 10 XXL-Marshmallows (z.B. Rocky Mountains Mega Marshmallows)
  • 1 großer Becher (250g) Fettglasur Zartbitter
  • 1 kleiner Becher (100g) Fettglasur Vanille
  • Zuckerstreusel orange
  • 10 Eis- oder Cake Pop-Stiele
  • Frischhaltefolie und Band für die Verpackung
Zubereitung
  1. Die dunkle Fettglasur nach Anleitung in der Mikrowelle auflösen. Währenddessen die Stiele tief in die Marshmallows schieben. Die Marshmallows nacheinander in die flüssige Fettglasur tauchen, abtropfen lassen und kopfüber auf Backpapier abstellen. Die Fettglasur sollte recht schnell trocknen, so dass man direkt beginnen kann, die helle Fettglasur in der Mikrowelle zu schmelzen. Die flüssige Fettglasur anschließend in einen Frischhaltebeutel füllen und eine winzige Ecke abschneiden. Die Fettglasur in Bahnen über die Marshmallows gießen und unmittelbar mit den Zuckerstreuseln dekorieren. Die Marshmallow Pops nach dem Trocknen in Frischhaltefolie einwickeln und mit einem Band verschließen.

Unschön

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)

Liebe Leser, liebe Pimpimella! Ich werde euch heute an einen Ort entführen, den Normalsterbliche sonst nicht zu sehen bekommen: der Keller, in dem ich meine Leichen verscharre. Erschreckend viele haben sich im Laufe der Zeit hier unten angesammelt. Die einen so frisch, dass sie quasi noch in den letzten Zuckungen liegen, während die anderen schon seit geraumer Zeit vor sich hin faulen. Bevor ich euch mit in meinen Keller nehme, muss ich allerdings noch zwei Warnungen aussprechen. Erstens: die untenstehenden Bilder und Geschichten werden euch bis in den Schlaf verfolgen. Zweitens: solltet ihr meinen Keller und mich bei der Backpolizei verpfeifen, so muss ich euch leider die Zunge entfernen. Mit einer rostigen Nagelschere.

14_08_13_ENicht gesellschaftsfähig: meine eigene Geburtstagstorte. Dabei sah auf den ersten Blick alles so gut aus. Die Vanillesahne schmiegte sich wie ein fluffiger Pelz um zwei saftige Bananenkuchen, die einen Kokospudding von perfekter Konsistenz in die Mitte nahmen. Das eigentliche Problem lag etwas tiefer, nämlich in der Magengegend. Das Törtchen war durchaus lecker, aber sehr reichhaltig und dadurch unbekömmlich. Das fanden auch meine Gäste, die bereits nach einem halben Stück Geburtstagstorte deutlich stiller wurden, zum Zeichen der Kapitulation die weiße Serviette schwenkten und danach stocksteif und mir glasigem Blick die Raufasertapete auf der gegenüberliegende Wand anstarrten.

Das Backen von Kekse und Cupcakes hätte ich mir an jenem Tag übrigens sparen können, denn die Leckereien wurden zugunsten einer Packung Rennie, die heimlich unter dem Tisch herumgereicht wurde, ignoriert. Der einzige Gast, der aus purer Höflichkeit an einem Mini Gugl knabberte, musste am Abend sogar mit dem Brecheisen aus seiner Sitzgelegenheit gestemmt werden. Danach zerriss ich das Torten-Rezept in sieben Teile und vergrub diese auf allen sieben Kontinenten – auf dass der kiloschwere Bananenklops nie wieder eine harmonische Kaffeerunde stören wird.

14_08_13_BDiese Kekse haben eigentlich alles: ein Herz aus schlabbrig-geschmolzenem Rolo. Eine weiche, fast kuchenartige Hülle. Schlankmachende Längsstreifen aus Vollmilchschokolade. Aber eine wesentliche Kleinigkeit fehlt ihnen: das passende Rezept. Ich erinnere mich noch daran, wie ich an einem Donnerstag im Frühling mit der Dose voll frischgebackener, duftender Kekse durch die Küche tanzte. Ich hatte den Jackpot geknackt, den Code entschlüsselt, den heiligen Keks-Gral gefunden! Ich schüttelte mir in Gedanken die Flosse und feierte die Entdeckung, indem ich nach und nach den kompletten Doseninhalt inhalierte.

Als ich aus einem mehrtägigen Zuckerkoma erwachte, waren nicht nur alle Kekse fort, sondern auch die dazugehörige Rezeptidee. Verzweifelt durchforstete ich die leeren Packungen im Mülleimer, in der Hoffnung, meinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen zu können. War etwa Frischkäse im Keksteig? Austernsauce? Blasenpflaster? Ich hatte keine Ahnung! Übrigens ist es mir bis heute nicht gelungen, das Rezept zu rekonstruieren. Zurück bleiben Bilder aus einer Zeit, in der ich dem Glück ganz dicht auf den Fersen war.

14_08_13_DDer 2. Februar ist Groundhog Day. Die passende Gelegenheit, um eine Liebeserklärung an die gleichnamige Komödie aus dem Jahr 1993 niederzuschreiben. Ich mag diese Szene, in der Bill Murray sich quer durch die Speisekarte des Tip Top Cafés futtert, ganz besonders gerne. Wenn sich Meister Murray das Tortenstück in einem Rutsch ins Gesicht stopft, huscht mir auch zwanzig Jahre später noch ein ehrfürchtiger Schauer über den Rücken.

Übrigens: in den ersten Sekunden des Filmausschnitts sieht man rechts neben den Donuts etwas, das ein „Sticky Bun“ sein könnte. Ein süsses Hefegebäck, welches Pate für das traurige Gerödel auf dem Bild dort oben stand. Meine Version war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Nicht nur, dass ich mir das Aufrollen des Teigs gespart, und die Pecannüsse schlichtweg vergessen hatte – der klebrige Überzug aus Ahornsirup, Butter und Zucker verwandelte sich beim Backen in unappetitliche braune Klumpen. Und der Hefeteig? Trockener als fünfzig Jahre altes Knäckebrot. Darüber konnte auch der niedliche Papp- Murmler ohne Unterleib nicht hinwegtrösten. Da mussten schon härtere Geschütze ran. Zum Beispiel süßer Wermut mit Eis und einem Scheibchen Zitrone.

14_08_13_C

Zum Schluss möchte ich euch meine grüne Phase präsentieren, aus der ich gottlob mittlerweile herausgewachsen bin. Grün wird oft mit dem Frühling in Verbindung gebracht und hat sich als typische Osterfarbe etabliert. Denkt man an Ostern, fällt einem unweigerlich Meister Lampe ein, der anmutig über den manikürten Zierrasen hoppelt, um hier und dort grässliche Knickebein-Eier zu verstecken. Woran man eher nicht denkt, sind Cupcakes mit atomarem Mützchen. Oder giftgrüne Rice Krispie Treats. Beides geschmackstechnisch einwandfrei – man darf beim Essen nur nicht zu genau hinsehen, sonst wird man blind.

Das Rezept für die Rice Krispie Treats habe ich sogar noch im Kopf. Ich gebe es euch gerne mit auf den Weg, aber ihr müsst euch beeilen, denn dieser Blogbeitrag wird sich in fünf Sekunden selbst zerstören.

 

Toffee-Nutella Rice Krispie Treats
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Zutaten
  • 40g Butter
  • 100g Marshmallows
  • 100g Rice Krispies (Kellogg’s)
  • 3 El Nutella
  • Ca. 10 Toffee Bonbons (z.B. Sahne Muh Muhs), gekühlt
  • 200g Vollmilchschokolade
Zubereitung
  1. Eine Auflauf- oder Backform von ca. 15×15 cm einfetten und mit Backpapier auslegen. Die kalten Toffee Bonbons in je 4 bis 6 Stückchen schneiden. 20g Butter bei mittlerer Hitze in einem großen Topf schmelzen lassen. Die Marshmallows zugeben und mit einem eingefettetem Plastiklöffel oder Gummispatel so lange rühren, bis sie komplett geschmolzen sind. Zwei El Nutella einrühren, dann die Rice Krispies und Toffeestückchen unterheben, bis sich alle Zutaten miteinander verbunden haben. Die Masse in die Form füllen und mit gut angefeuchteten Händen glatt drücken.

  2. Die Schokolade in Stücke brechen und mit der restlichen Butter bei geringer Wattzahl in der Mikrowelle schmelzen. Zwischendurch gut umrühren.Das restliche Nutella in die geschmolzene Schokolade rühren. Die Schokomasse auf die Rice Krispies geben und gut verstreichen. Rice Krispie Treats eine halbe Stunde im Kühlschrank aushärten lassen, mit dem Backpapier aus der Form heben und mit einem scharfen Messer in Stücke schneiden.
Hinweis
Mutige Menschen nehmen statt des Schokoladenüberzugs grüne Candy Melts

Zeugs am Stiel

Neulich fand ich heraus, dass es eine Gemeinsamkeit zwischen fehlkonstruierten Oreo Pops und Stangentänzerinnen gibt: beide können sie mit einem Affenzahn an ihrem Stecken herunterrutschen. Während geübte Stangentänzerinnen in erster Linie aufgrund ihrer Sexyness für Hautausdünstungen auf Männnerstirnen sorgen, waren die feuchten Flecken in MEINEM Gesicht hingegen der pure Angstschweiß. Die dämlichen Kekse sollten nämlich ein selbstgemachtes Last Minute-Mitbringsel für ein Geburtstagskind darstellen. Doch statt brav am oberen Ende ihres Lollystiels zu sitzen, hatten die Oreos Bock auf ein wenig Schwerkraft und glitten Einer. Nach. Dem. Anderen. mit einer geradezu gehässigen Langsamkeit gen Boden.

Aber nicht mit mir! Ich rächte mich an dem ungehorsamen Gebäck, indem ich es mir kurzerhand einverleibte. Ein. Stück. Nach. Dem. Anderen. Danach hangelte ich mir eine angebrochene Tüte Super Barbecue Marshmallows aus dem Schrank, schob die erkalteten Candy Melts zurück in die Mikrowelle und machte mich wieder an die Arbeit. Mit einem fröhlichen Lied auf den oreocremeverschmierten Lippen.

Kurze Werbung in eigener Sache: heute ging mein zweiter Beitrag im Blog des”Torten Dekorieren” Magazins online. Der Jahreszeit entsprechend gab es natürlich Erdbeeren (doch, die Frau kann auch was anderes, aber ihr war halt mal wieder danach), diesmal allerdings aus Fondant. Über euren Besuch freue ich mich doller als Carrie auf ihren Abschlussball!

  • Marshmallow Pops:
  • Für die Pops:
  • Lollystiele
  • Große Marshmallows
  • Candy Melts
  • Weisses Pflanzenfett (z.B. Palmin Soft)
  • Bunter Zuckerdekor (z.B. „Konfetti“ von Schwartau)
  • Für das Behältnis:
  • Ein neuer, ausgewaschener Blumentopf
  • Eine dazu passende Styroporkugel
  • Buntes Schleifenband
  • Ein Stück Marzipan oder Fondant
  • Essbares Füllmaterial (z.B. Kaugummi, M&Ms, Jelly Belly)

Je zwei gleichgroße Marshmallows auf einen Lollystiel schieben und zum Durchkühlen in das Eisfach stellen. In der Zwischenzeit ein Stück Marzipan nehmen und auf die Unterseite der Styroporkugel drücken (wer sich über die ikterisch anmutende Farbe wundert: ich hatte noch eine angebrochene Packung buntes Modelliermarzipan im Schrank liegen).

Die Kugel nun mit der Marzipanseite nach unten in den Blumentopf setzen und fest andrücken. Sie sollte jetzt am Topf kleben und nicht mehr frei herumrollen. Mit einem Lollystiel Löcher in die Stellen der Kugel bohren, an denen später die Marshmallow Pops sitzen sollen. Dabei auf ausreichend Abstand zwischen den Löchern achten.

Die Candymelts in einer geeigneten Schale in der Mikrowelle auf geringer Wattzahl in kurzen Intervallen zum Schmelzen bringen. Zwischendurch immer wieder umrühren. Sind die Candy Melts komplett geschmolzen, aber trotzdem noch zu zähflüssig, um die Marshmallows damit zu bedecken, muss etwas Pflanzenfett hineingerührt werden, um die Masse fließfähiger zu machen. Anschließend die vorbereiteten Candy Melts und eine weitere Schale mit buntem Zuckerdekor bereitstellen.

Die Marshmallows aus dem Eisfach holen und mit Hilfe eines Löffels in die flüssigen Candy Melts tauchen. Überschüssige Candy Melts abtropfen lassen; dann die noch feuchte Oberfläche mit dem Zuckerdekor bestreuen. Die fertigen Marshmallow Pops in die Styroporkugel setzen und eine halbe Stunde trocknen lassen (wer den Platz hat, kann den Topf zu diesem Zweck auch in den Kühlschrank oder das Eisfach stellen). Zum Schluss den Blumentopf komplett mit Kaugummis oder einer anderen Süßigkeit befüllen und ein hübsches Band um den Topfrand tüddeln.