Gastbeitrag: Mürbeteigherzen von Fräulein Glücklich

gastblogger gluecklich

Gastpost sind immer so eine Sache! Man möchte ja schließlich auch den Lesern der Gastgeberin gerecht werden. Nun, keine so einfache Angelegenheit, sind doch nicht nur Persis Kekse einmalig, sondern ihre Texte höchst amüsant. Und hätte ich mich doch zu gerne um diese Aufgabe gedrückt, konnte ich ihr nun beim besten Willen keine Absage erteilen.

Gefüllte Mürbeteigherzen von Fräulein Glücklich    @ yumlaut.de

Erschwerend hinzu kam, dass ich nicht wirklich für Kekse zu haben bin. Wenn nicht gerade Weihnachten vor der Tür steht, sind mir die süßen, kleinen Dinger einfach zu arbeitsaufwendig. Nix da mit easy-peasy, rucki-zucki und ohne viel Gedöhns. Wobei sich dann noch die Frage stellt, wann ein Keks ein Keks ist. Ich denke, der beste Beweis ist, wenn man einen Keksausstecher benutzt, oder? Also habe ich hier eindeutig keine kleinen, gefüllten Tartelettes sondern Kekse gebacken.

Gefüllte Mürbeteigherzen von Fräulein Glücklich    @ yumlaut.de

Und so sende ich dir liebe Persis und euch Lesern herzallerliebste Grüße aus Tirol. Mit einem Mürbeteig, der ein wahrer Alleskönner ist und einer Fruchtfüllung, die mit jeglicher Art von Obst funktioniert. Und ganz nebenbei kommen meine Kekse ohne jegliche Art von zusätzlichem Arbeitsaufwand daher. Von natur aus schön, sozusagen. Und somit doch easy-peasy, rucki-zucki und ohne viel Gedöhns.

Gefüllte Mürbeteigherzen von Fräulein Glücklich    @ yumlaut.de

Gefüllte Mürbeteigherzen ( ca. 10 Stk.)

Mürbeteig:

225 g kalte Butter in kleine Würfel schneiden und im Kühlschrank zwischenlagern. In eine Rührschüssel 300 g Mehl sieben und mit 2 EL Zucker vermischen. Die Butter hinzugeben und zügig mit der Mehlmischung vermengen. Der krümeligen Masse 125 ml Buttermilch hinzufügen und schnell zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Zwei Kugeln formen, in Frischhaltefolie wickeln und für eine Stunde im Kühlschrank chillen lassen.

Fruchtfüllung:

200 g zerkleinerte Erdbeeren mit 200 g Himbeeren, 2 EL Zucker, 2 EL Maisstärke und 1 EL frischem Zitronensaft vermengen, in ein Sieb über einer Schüssel geben und etwa 30 min. ziehen lassen. Den entstandenen Saft beiseite stellen.

Nun haben wir mindestens eine halbe Stunde, die vor geraumer Zeit verstauten Ausstechförmchen zu suchen. Meine Herzen sind etwa 8-9 cm groß. Wenn man keine findet, kann man genauso gut einen Dessertring mit gleichem Durchmesser verwenden oder aber seelenruhig Schablonen zuschneiden.

Den Ofen auf 200 °C Ober-Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. 1 Ei verquirlen.

Einen Teig aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen, ausstechen, und auf die Bleche legen. Mit dem Ei bepinseln und auf jedem Herz mittig 1 EL der Obstmischung verteilen (etwa 1 cm Rand lassen). Den anderen Teig nun ebenfalls ausrollen und ausstechen. Entweder mit einer Gabel mehrmals einstechen oder aber eine kleine Aussparung ausstechen. Die belegten Herzen vorsichtig mit den Deckeln schließen, die Ränder gut andrücken und mit dem restlichen Ei einstreichen. Den Teig sollte man zu keiner Zeit viel kneten, sonst verliert er seine zarte Konsistenz.

Die Bleche nacheinander für etwa 15 – 18 min. backen. Das zweite Blech derweil kühl stellen!

Ach ja! Reicht man zu den Keksen eine Gabel, etwas Sahne und den aufgefangenen Fruchstsaft, werden aus ihnen easy-peasy, rucki-zucki und ohne viel Gedöhns ganz himmlische Tartelettes!

Gefüllte Mürbeteigherzen von Fräulein Glücklich    @ yumlaut.de

Ich hoffe doch liebe Persis, du kannst mit diesem Kompromiss gut leben…Denn das ist mein absoluter Lieblingskeks!

Gefüllte Mürbeteigherzen von Fräulein Glücklich    @ yumlaut.de

Und wieder einmal war das fräulein glücklich

Schaurige Flattermänner

Ich gebe zu: in einigen Bereichen war ich schon immer leicht zu beeindrucken. Habe ich früher ein ausgefallenes Spielzeug gesehen, setzte der Verstand aus und ich musste es unbedingt haben. Glücklicherweise hatten meine Eltern ein dickes Fell und ließen sich nur selten überreden. Ich erinnere mich aber auch an Ausnahmesituationen, in denen das Objekt der Begierde kurze Zeit später in meinen Besitz überging. Beispielsweise das wahnsinnig tolle, fluoreszierende Playmobil-Gespenst – passte irgendwie so gar nicht in meine Sammlung, die sonst nur aus Cowboys und Indianern bestand; aber egal, es war etwas Besonderes. Die Tatsache, dass der Plastikgeist im Dunklen tatsächlich leuchtete und dafür sorgte, dass ich die halbe Nacht vor Angst nicht schlafen konnte, war schließlich der Grund, warum ich das Gespenst am nächsten Morgen ganz tief unten in der Spielzeugkiste vergrub.

Und auch heute passiert es mir immer wieder, dass ich irgendwas sehe, total beeindruckt bin und es kaufe. Häufig genug ernte ich dafür zuhause ein mitleidiges Lächeln. So auch im Fall der Eiswürfel-Fledermausform. Ich habe sie im Sommer bei einem von der Frau verordneten Einkaufs-Trip bei KD-Torten gesehen und sofort stand fest, dass sie mit nach Hause muss. Daheim durfte ich mir dann natürlich anhören, dass man so eine Form nur einmal im Jahr nutzen kann, und außerdem – wer braucht im kalten Oktober schon Eiswürfel?

Dann stand vor kurzem bei Persis der Halloween Candytable an, und wie durch ein Wunder war meine ach-so-überflüssige Fledermausform plötzlich heiß begehrt. Ob ich denn nicht Lust hätte, mit meiner TOLLEN Form ein paar Pralinen zu machen? Ich verkniff mir einen Kommentar und machte mich stattdessen an die Recherche. Nachdem die Form der Pralinen feststand, wollte ich für die Füllung unbedingt einen blutroten Kontrast zur schwarzen Hülle haben. Da ich im Netz schon ein paar Mal über eine passende Himbeercreme gestolpert bin und Himbeeren liebe, war das Thema auch geklärt, und ich konnte an die Arbeit gehen.

Fledermaus-Pralinen
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Anleitung für einen Schwarm gruseliger Halloween-Pralinen
Zutaten
  • 200 g weiße Schokolade
  • 120 g Himbeerpüree
  • 50 ml Sahne
  • 30 g Butter
  • rote Lebensmittelfarbe (bei Bedarf)
  • Sonstiges:
  • 340g schwarze Candy Melts für die Hohlkörper
  • eine geringe Menge rote Candy Melts (ich hab 10 Stück genutzt) für die Augen
  • eventuell ein wenig Kokosfett
  • Fledermaus Eiswürfelform
  • Spritzbeutel
Zubereitung
  1. Als erstes habe ich mich an die Hohlkörper gemacht. Hierfür die schwarzen Candy Melts in kurzen Intervallen in der Mikrowelle erhitzen, bis sie flüssig werden. Dann die einzelnen Fledermäuse mit einem Pinsel ausstreichen. Die Form dann zum Aushärten für ca 10 Minuten in den Kühlschrank stellen und das Ganze mit einer zweiten Schicht wiederholen, damit die Hohlkörper auch stabil sind.

  2. Die Sahne wird zusammen mit der Butter leicht erhitzt (auf keinen Fall kochen lassen). Anschließend gibt man die Schokolade dazu und rührt alles gut um, bis sich die Schokolade aufgelöst hat. Dann gibt man das Himbeerpüree dazu und rührt ebenfalls noch einmal gut um. Hätte man die Farbe der Masse gern noch etwas "blutiger" (von Hause aus ist sie eher dunkelrosa), werden jetzt ein paar Tropfen rote Lebensmittelfarbe eingerührt.

  3. Die Füllung ein paar Minuten abkühlen lassen, damit sie nicht zu heiß ist und unsere Hohlkörper schmilzt. Nun füllt man sie in einen Spritzbeutel um und fängt an, die Hohlkörper zu füllen. Bitte daran denken, die Formen nur zu rund 80% zu füllen, damit man noch genug Platz für den Boden hat.

  4. Die Form nun noch einmal ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit die Füllung ein wenig fester werden kann. Anschließend kann man die Pralinen mit den schwarzen Candy Melts verschließen. Nun noch einmal ein paar Minuten in den Kühlschrank und danach kann man die Pralinen vorsichtig herauslösen.

  5. Was jetzt noch fehlt, sind die Augen. Dafür habe ich die roten Candy Melts zusammen mit ein wenig Kokosfett (sorgt dafür, dass die Candy Melts flüssiger werden) ebenfalls schnell in der Mikrowelle aufgelöst. Ich habe mir dann einen Einweg Spritzbeutel geschnappt, die oberen zwei Drittel abgeschnitten und eine kleine Lochtülle eingesetzt. Bevor ich den Fledermäusen ihre Augen verpasste, habe ich die richtige Dosierung der Schokolade erst auf einem Stück Papier geübt. Ist auch dieser Schritt erledigt, kommen die fertigen Fledermäuse in den Kühlschrank, wo sie ca. 1 Woche haltbar sind.
Hinweis
Ergibt ca. 30 Stück

Herzig!

Mit dem Valentinstag verhält es sich wie mit dem Schauen von Reality TV – niemand macht mit, aber trotzdem hat jeder am nächsten Tag eine Rose in der Vase stehen und weiß, wer zum Dschungelkönig gekürt wurde. Ich möchte mich da gar nicht ausschließen. Zwar bin ich mittlerweile in der seltsamen Altersspanne angekommen, in der große Geschenke an Geburtstagen nebensächlich sind und man als Paar zu Weihnachten gemeinsam ein neues Möbelstück kauft, anstatt irgendwelchen eingepackten Plunder unter die Tanne zu legen; und auch mit dem Verinnerlichen wichtiger Beziehungs- und Feiertagsdaten habe ich es nicht so – schließlich halte ich den Ehering schon allein deshalb für eine großartige Erfindung, weil man das Datum des schönsten Tags im Leben auf diese Weise immer bei sich trägt und man heimlich spicken kann, wenn die Birne mal wieder auf Sparflamme läuft. Trotzdem wäre ich etwas beleidigt, würde ich am 14. Februar leer ausgehen. Die zusätzliche Liebesbekundung am Valentinstag ist hier genauso Beziehungsritual wie das nächtliche in-die-Rippen-Knuffen, wenn mein Mann im Schlaf den Baumbestand Deutschlands dezimiert. Ein bisschen sinnlos, da das Schnarchen trotz Geknuffe weitergeht, aber ganz ohne die Keilerei um Mitternacht würde irgendwas fehlen.

Deshalb backe ich am Valentinstag etwas für die bessere Hälfte. Nur eine Kleinigkeit, die im Vorbeigehen verknuspert werden kann. Schokokekse, die ich gestern ohnehin backen wollte, waren der perfekte Vorwand, um ganz nebenbei etwas Teig abzuknapsen und eine Handvoll Herzchen auszustechen. Mit farblich abgestimmter Buttercreme und passenden Candy Melts hatte ich schnell ein herziges Schmankerl parat. Für den Ernstfall muss ich mir nun leider eine neue Überraschung ausdenken, weil der Feind mitliest und die Ergebnisse des Testlaufs bereits vernichtet wurden, aber ihr bekommt nun die Gelegenheit, Mitte Februar mit einer Portion gefüllter Schokokekse bei eurem Sweetheart mächtig Eindruck zu schinden.

Schokoherzen
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Herzige Schokokekse mit einer Füllung aus Himbeer-Buttercreme
Zutaten
  • Schokokekse
  • 250g Butter, weich
  • 1 Ei
  • 140g Puderzucker
  • 400g Mehl
  • 40g Kakao, schwach entölt
  • Himbeer-Buttercreme
  • 100g Butter, weich
  • 200g Puderzucker
  • 60g Himbeerpüree
  • Ausserdem
  • Ca. 120g rote Candy Melts
  • Etwas Kokosfett (z.B. Palmin Soft)
Zubereitung
  1. Kekse: die Butter und den Zucker mit dem Schlagbesen eines Handmixers cremig rühren. Danach das Ei unterrühren. Mehl und Kakao über die feuchten Zutaten sieben und mit dem Handmixer zu einer krümeligen Masse schlagen. Teig aus der Schüssel nehmen und mit den Händen gut durchkneten, bis ein geschmeidiger Teigball entstanden ist. Diesen in Frischhaltefolie einschlagen und mindestens zwei Stunden im Kühlschrank lagern. Den Keksteig nach der Ruhezeit auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und ausstechen, und die Kekse im vorgeheizten Backofen auf 175° Ober/Unterhitze rund 10 Minuten lang backen. Auf einem Gitter abkühlen lassen.

  2. Die Candy Melts in ein mikrowellengeeigneten Gefäß geben und in kurzen Abständen auf kleiner Wattzahl zum Schmelzen bringen. Dabei zwischendurch umrühren. Sind die Candy Melts komplett geschmolzen, aber immer noch zu zähflüssig, wird Kokosfett in kleinen Mengen untergerührt, bis eine fließfähige Konsistenz entsteht. Candy Melts in einen Spritzbeutel mit kleiner Lochtülle geben und die Hälfte der Kekse mit Punkten oder Linien verzieren.
  3. Füllung: die weiche Butter und den Puderzucker 5-10 Minuten mit dem Schlagbesen eines Handmixers cremig rühren, bis die Masse dicker und heller geworden ist. Das Himbeerpüree dazugeben und unterrühren. Die Creme in einen Gefrierbeutel füllen. Eine Ecke des Beutels abschneiden und Creme auf die nicht verzierten Kekse spritzen. Zum Schluss je einen verzierten Keks aufsetzen und leicht andrücken.