I Got You Babe

Habt ihr manchmal Déjà-Vus? Wenn eure Antwort „Ich glaube nicht, aber ich könnte mal in der Küche nachschauen“ lautet, dann seid ihr heute Abend höchstwahrscheinlich mit dem DVD Player, Bill Murray und einem ganz bestimmten Erdhörnchen verabredet. Und falls euch beim obigen Bild trotzdem ein „Das-Kenne-Ich-Doch-Irgendwo-Her-Gefühl“ beschleicht, dann liegt es nur daran, dass es den beinlosen Murmler tatsächlich schon einmal auf diesem Blog zu sehen gab.

Heute ist also Groundhog Day – schon wieder. Letztes Jahr bereitete ich anlässlich des hohen Feiertags eine Ladung Sticky Buns zu und legte mich damit ordentlich auf die Nase. Weil ich dieses Trauma immer noch nicht so ganz überwunden habe, entschied ich mich in diesem Jahr für ein weitaus ungefährlicheres Gebäck – der appetitlichen Cinnamon Roll, die in dieser unvergesslichen Filmszene mit Bill Murray, Andie MacDowell und einem Haufen kalorienreicher Kuchen-Statisten zu sehen ist.

Der Mann bevorzugt seine Cinnamon Rolls eher schnörkellos mit Puderzuckerglasur und Kokosraspeln; für mich gibt es rosa  Schneckchen mit Frischkäse-Frosting im knuffigen Muffin Cup (die Birgit klammheimlich in meine letzte Bestellung schmuggelte, ich danke Dir sehr!). Auf diese Art verpackt kann man die Zimtschnecken übrigens auch prima zum Valentinstag servieren. Bing!

Und nun werde ich den Klappzahlenwecker zurechtrücken, das Licht dimmen und mich auf die Reise nach Punxsutawney begeben.

Zimt-Kokos Schnecken
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Zimtschnecken aus Hefeteig mit Kokosraspel und Erdbeer-Frischkäse Frosting
Zutaten
  • Hefeteig:
  • 100ml Milch
  • 20g ( ½ Würfel) Hefe
  • 1 kleines Ei
  • 20g Zucker
  • 250g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 20g Butter, weich
  • Belag:
  • 20g Butter, zerlassen
  • 50g brauner Zucker
  • 1 El Zimt
  • 20g Kokosraspeln
  • Frosting:
  • 20g Butter, sehr weich
  • 50g Frischkäse, zimmerwarm
  • 100g Puderzucker
  • 1,5 El Erdbeermarmelade
  • Kokosraspel zur Dekoration
Zubereitung
  1. Die Milch in einem Topf handwarm erhitzen. Die Hefe stückchenweise zur Milch geben und verrühren, bis sie sich komplett aufgelöst hat. Das Mehl, den Zucker, die Prise Salz, das Ei und die Milch in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer (Knethaken) kneten. Anschließend die weiche Butter hinzugeben und solange weiterkneten, bis sich der Teig zu einer glatten Kugel formt, die sich vom Schüsselrand löst. Die Teigschüssel mit einem Tuch abdecken und eine Stunde lang an einem warmen, vor Zugluft geschützten Ort ruhen lassen, bis der Teig sichtbar größer geworden ist.

  2. Den Teig aus der Schüssel holen und auf einer leicht bemehlten Fläche noch einmal per Hand kurz durchkneten, danach zu einem Rechteck ausrollen. Den Teig mit der zerlassenen Butter bepinseln. Den braunen Zucker mit dem Esslöffel Zimt mischen und auf der Butterschicht verteilen. Abschließend mit Kokosraspeln bedecken.
  3. Die Teigplatte von der langen Seite her aufrollen und mit einem Bindfaden in 6 Teile schneiden. Die Zimtschnecken eng in eine gefettete 18cm Springform - oder wie ich einzeln in Muffinförmchen aus Silikon - setzen, mit einem Handtuch abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Die Zimtschnecken auf mittlerer Schiene ca. 20-25 Minuten backen. Auf einem Blech auskühlen lassen.

  4. Die Zutaten des Frostings mit dem Handmixer verrühren und auf die noch warmen Zimtrollen geben. Mit den Kokosraspeln garnieren und servieren.

 

Herbstreise

Gerüche können zaubern. Sie rufen Erinnerungen hervor und transportieren mich zu ganz bestimmten Stationen meiner Jugend zurück. Diese mit Pflaumenmus gefüllte Buchteln zum Beispiel – die Duftnoten von Pflaume, Zimt und warmem Hefeteig sind solo schon ein Fest fürs Näschen. Doch wenn alle drei Komponente an einem frühherbstlichen Tag in der Küche zusammenkommen, verwandelt sich der Partybus in meiner Nase plötzlich in eine Zeitmaschine, und ich bin wieder siebzehn Jahre alt. In meiner Unterlippe, die angeschwollen ist wie eine Rostbratwurst, glitzert ein brandneues Piercing. Stolz stapfe ich durch den Park, zerwühle dabei absichtlich die Laubberge am Wegesrand und ahne nicht, dass zuhause der Anpfiff meines Lebens auf mich wartet.

Ich schiebe eine Auflaufform mit Pflaumen und Gewürzen in den warmen Backofen und es ist ein anderer Herbst, und ich kotze dem Mann im Sitz neben mir noch vor Flugstart über den steingrauen Anzug, voller Panik vor meinem allersten Langstreckenabenteuer.

Ich schnuppere an der leicht geöffneten Backofentür und sehe Jahrmarktslichter vor mir. Ein Heliumballon in der Hand meiner besten Freundin, zu viel Schiss vor der Geisterbahn und Kondenswölkchen vor lachenden Mündern in glasklarer Oktoberluft.

Ich fülle Kugeln aus Hefeteig mit duftendem Pflaumenmus und und warte in klirrender Kälte auf Einlass in die Konzerthalle, in der am Abend Nine Inch Nails auftreten. Am nächsten Tag werde ich sehr glücklich und mit mordsdicken Mandeln aufwachen.

Ich bestäube die frische Buchtel in meiner Hand mit Puderzucker, und bin zurück von meiner Kopfreise. Ich schiebe eine Gabel mit dicken, weichen Hefeteig in den Mund, schaue aus dem Küchenfenster und stelle fest, dass der Baum auf der gegenüberliegenden Straßenseite das erste buntgefärbte Blatt abgeworfen hat.

Übrigens – zur Zeit feiert Melli ihren ersten Bloggeburtstag. Zu ihrem Partybuffet durfte ich auch eine Kleinigkeit beisteuern. Was genau das ist, und welche Leckereien die anderen Geburtstagsgäste mitgebracht haben, schaut ihr euch am besten selbst an.

Buchteln mit frischem Pflaumenmus
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Lockere, süße Hefeteigkugeln gefüllt mit saftigem Pflaumenmus
Zutaten
  • Pflaumenmus:
  • 1kg Pflaumen oder Zwetschgen, gewaschen und entsteint
  • 50-100g brauner Zucker (je reifer die Pflaumen, desto weniger Zucker wird benötigt)
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Teelöffel gemahlener Zimt, je eine Messerspitze gemahlenen Koriander und Nelke
  • Buchteln:
  • 100ml Milch
  • 20g Hefe (½ Würfel )
  • 1 kleines Ei
  • 20g Zucker
  • 250g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 20g Butter, weich
  • Pflaumenmus
  • 20g Butter, zerlassen
  • Vanillesoße und/oder Puderzucker zum Servieren
Zubereitung
  1. Die gewaschenen, entsteinten Pflaumen in eine große Schüssel legen. Den Zucker dazugeben und gut vermischen. Die Pflaumen einige Stunden im Kühlschrank Saft ziehen lassen. Dann mit dem Mark der Vanilleschote und den übrigen Gewürzen verrühren. Den Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Die Pflaumen in eine ofenfeste Form schichten und auf mittlerer Schiene ca. 1,5 bis 2 Stunden garen. Der Backofen sollte die erste ¾ Stunde eine Winzigkeit geöffnet sein, damit die Feuchtigkeit besser verdampfen kann. Zwischendurch eventuell einmal umrühren. Das fertige, eingedickte Pflaumenmus nach Wunsch pürieren, in ein heiß ausgespültes Glas füllen und sofort verschließen.

  2. Die Milch in einem Topf handwarm erhitzen. Die Hefe stückchenweise zur Milch geben und verrühren, bis sie sich komplett aufgelöst hat. Das Mehl, den Zucker, die Prise Salz, das Ei und die Milch in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer (Knethaken) verkneten. Anschließend die weiche Butter hinzugeben und solange weiterkneten, bis sich der Teig zu einer glatten Kugel formt, die sich vom Schüsselrand löst. Die Teigschüssel mit einem Tuch abdecken und eine Stunde lang an einem warmen, vor Zugluft geschützten Ort ruhen lassen, bis der Teig sichtbar größer geworden ist.

  3. Den Teig aus der Schüssel holen und auf einer leicht bemehlten Fläche noch einmal per Hand kurz durchkneten. In sechs gleichgroße Portionen abteilen, rundwirken und platt drücken. Je einen Teelöffel Pflaumenmus in die Mitte der Teigstücke geben; den Teig anschließend von allen Seiten nach innen klappen und zu einer Kugel formen. 20g Butter in einem Topf zerlassen. Die Teiglinge in der Butter wälzen und mit der Naht nach unten in eine Back- oder Auflaufform setzen. Mit einem Handtuch abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen, bis sich die Kugeln deutlich vergrößert haben. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Die gefüllten Buchteln auf mittlerer Schiene ca. 20-25 Minuten backen. Mit Puderzucker bestäuben und noch warm servieren.
Hinweis
Ergibt 6 Stück

 

Werbung: Food for Faulpelze

Kennste das? Du hast einen Tag frei und diesen voll verplant mit Sport, Wäsche waschen und den gruseligsten aller Dachböden aufräumen, doch dann überkommt Dich noch vor dem Frühstück die akute Faulheit und Du sitzt stundenlang so bewegungslos am Küchentisch, als würdest Du für die Hauptrolle in der Neuverfilmung von „Zeit des Erwachens“ üben? Und gerade dann, als die erschütternde Erkenntnis dämmert, dass selbst der Kater schon aktiver war als Du (immerhin hat er sich heute Vormittag bereits den Hintern geputzt und zweimal gegähnt), fällt Dir der Kaffeebesuch am Nachmittag ein, für den Du noch einen anständigen Kuchen backen müsstest, wenn da nicht diese schreckliche, schreckliche Faulheit wäre?

Wenn dieses Szenario zu Deinen größten Ängsten zählt, habe ich hier das Richtige für Dich. Ein Quickie, der ungefähr genauso original ist wie seinerzeit das Näschen von Michael Jackson, für den Du aber trotzdem Lob kassieren wirst, wenn der Duft von warmem Hefeteig und Mohn durch die Küche zieht. Und wenn Du dann stolz bekundest, dass der Schneckenkuchen selbstgebacken ist, hast Du noch nicht mal gelogen, sondern nur die Wahrheit zurechtgerückt.

Aber nun zu den wichtigen Dingen, denn wer kann sich im Angesicht dieser pulverbeschichteten, weißen Schönheit da oben schon auf schnöden Kuchen konzentrieren? Dem Internetshop *Home24 habe ich zu verdanken, dass ein Wesco Grandy Brotkasten neuerdings meine Kuchen und Brote beherbergt. Und dank *Home24 kann auch einer von euch demnächst seine Backwaren in einer dieser schicken weißen Retro-Boxen parken.

Das Wesco-Gewinnspiel ist geschlossen. Vielen Dank für eure rege Teilnahme! 62 Leute ohne Brotkasten, ich werd wahnsinnig! Ihr habt doch alle nen (positiv gemeinten) Klaps! Laut random.org soll der Brotkasten übrigens bei Hoetus Poetus-Katja Einzug halten. Gratulation, ich schicke Dir eine Email, liebe Katja!

*Home24 stellte mir den im Blogbeitrag erwähnten Artikel kostenlos zur Verfügung. Die in diesem Beitrag vertretene Meinung ist meine eigene und wurde nicht durch Home24 beeinflusst.

Schneckenkuchen mit Mohn
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Hefeteig mit Mohnfüllung und Puderzuckerglasue
Zutaten
  • 1 Rolle Hefeteig aus der Frischetheke
  • 1 Tüte Mohn-Back
  • 1 Beutel Dr. Oetker Finesse Orange
  • ½ Paket Puderzucker
  • Etwas Milch
Zubereitung
  1. Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Eine 25cm Kastenform leicht einfetten. Den Hefeteig ausrollen und die Mohnfüllung darauf verstreichen. ½ Beutel Orange auf dem Mohn verteilen. Den Hefeteig mit einem Pizzaschneider in fünf Streifen schneiden. Jeden Streifen aufrollen und in der Mitte halbieren. Die Heferöllchen paarweise hintereinander in die Kastenform stellen. Kuchen auf mittlerer Schiene ca. 20 Minuten goldbraun backen. Auf ein Gitter stürzen und abkühlen lassen. Den Puderzucker in eine Schüssel sieben. Milch schluckerweise hinzugeben und mit einem Schneebesen klumpenfrei zu einem zähflüssigen Zuckerguss verrühren. Den Zuckerguss über den Kuchen geben und die restliche Orange darübersprenkeln.