Down Under

Hach, Australien. Ich MAG Australien! Eine meiner Lieblingsbands stammt von dort. Ich schaue gerne schlechtes australisches Reality TV. Fitzroy Island gehört für mich zu den magischsten Orten der Welt. Und wenn hier ein Känguru am Gartenzaun vorbeihopst, weil es dem Wanderzirkus entwischen konnte, ist das für mich fast ein bisschen wie Down Under vor der Haustür.

Völlig klar, dass ich Fan der Küche Australiens bin – vorzugsweise der süßen. Mein Mann backt beispielsweise mordsmäßig gute Chocolate Caramel Slices, die mir schon mehr als einmal die klassische Geburtstagstorte ersetzten. Mit Melting Moments Biscuits bin ich euch insgesamt schon dreimal auf den Keks gegangen. Und wenn mir nach dem Mittagessen der Sinn nach etwas Süßem steht, einer Zuckerbombe, die einem förmlich die Schnute dichtklebt, dann gibbet Golden Syrup Dumplings. Diese weichen australischen Kuller esse ich entweder mit ganz viel Vanillesauce, oder „pur“ mit etwas von dem Zuckerbad, in dem sie planschen. Das Rezept für vier Portionen, an das ich mich bei den Dumplings orientiere, stammt aus dem australischen Delicious Magazine. Inzwischen habe ich es etwas angepasst, aber es ist dem Original immer noch sehr ähnlich.

8 Jahre Blog-Event - Down Under im kochtopf plus Verlosung (Einsendeschluss 15. Mai 2013)

Also, liebe Zorra, falls Du nach all den tollen herzhaften Gerichten, die Dir zu 8 Jahren Blog-Event präsentiert wurden, noch Bock (und genügend Platz im Puddingbauch!) auf etwas Süßes hast, kann ich Dir die australischen Teigmurmeln wärmstens empfehlen. Aber auch allen anderen möchte ich nahelegen, die göttlichen Golden Syrup Dumplings unbedingt mal auszuprobieren. Hooroo und gute Nacht!

Golden Syrup Dumplings
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Gekochte Teigbällchen serviert mit süßem Sirup
Zutaten
  • Dumplings
  • 150 Mehl
  • 1 Prise Salz
  • ½ Tl Backpulver
  • 60g kalte Butter
  • 1 Ei
  • 2 El Milch
  • 1 Tl Vanilleextrakt
  • Syrup
  • 30g Butter
  • 200g brauner Zucker
  • 50g Golden Syrup (oder Zuckerrübensirup)
  • Saft von 1 ausgepressten Zitrone
  • 250ml Wasser
Zubereitung
  1. Das Mehl mit dem Backpulver in eine Schüssel sieben. Die Butter in kleine Stückchen schneiden und mit dem Salz dazugeben. Die Butter-Mehl Mischung zwischen den Händen zerreiben, bis eine bröselige Masse entsteht. Das Ei, die Vanille und 1-2 El Milch in einer kleinen Schale miteinander verrühren. Über die Butter-Mehl-Mischung geben und mit den Händen kurz durchkneten. Den fertigen Teig mit bemehlten Händen zu zwölf walnussgroßen Kugeln formen.

  2. Die Zutaten für den Sirup in einem kleinen Topf auf mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Die Teigbällchen vorsichtig in den Topf legen und den Deckel aufsetzen. Dumplings bei kleiner Flamme ca. 20 Minuten köcheln lassen. Anschließend mit einer Schaumkelle aus dem Sirup heben und noch warm mit Sahne oder Vanilleeis servieren.

Dashingly delightful

Muttis Marmorkuchen ist der beste von Welt. Keine Frage. Luftig, lecker; mit genau der richtigen Balance zwischen weissem Teig und schokoladigem. Aber – und das sage ich nur ungern – die Formulierung ihres Rezepts stinkt. In ihrem Kochbuch zu blaettern ist ungefaehr so aufregend, wie der Waschmaschine beim Spuelgang zuzuschauen. Dafuer kann Mutti allerdings nix, denn sie ist ein pragmatischer Mensch, kurz angebunden und sie beschraenkt sich auf das Wesentliche.

Ausserdem notiert sie ihre Rezepte naturgemaess in deutscher Sprache. Ich hingegen stehe auf den blumigen englischen Kuechenjargon. Ueber Gerichte, die mit reizvollen Begriffen wie „scrumptious“ oder „devilishly delicious“ umschrieben werden, lese ich einfach unheimlich gern. Je ausschweifender die Formulierungen, desto besser. Ich brauche dann auch gar keine Bilder. Mein inneres Auge kann sich sehr gut vorstellen, wie dieser marvellous, moist cake aussehen soll, ueber den der Autor erst eine sinful syrupy glaze gedrizzelt, und dann noch cautiously caramelized nuts on top gesprinkelt hat. Hach! Sogar Labskaus koennte mir ein englischsprechender Wortakrobat unterjubeln, wuerde er das Schlabberzeug mit den richtigen Vokabeln anpreisen.

Bei solch einer Verliebtheit in den englische Kuechenslang ist es voellig logisch, dass ich am australischen Keks namens „Melting Moments“ nicht vorbeigehen kann, ohne ihn mindestens einmal auszuprobieren. Was so toll heisst, muss auch dementsprechend knorke schmecken, oder? Also backe ich zwei Bleche voll Kekse und werde nicht enttaeuscht: auch in stark abgewandelter Form machen die fragilen kleinen Schmelzmaenner, die sich in meiner Version an eine Schicht aus Schokolade und Erdnussbutter klammern, ihrem Namen alle Ehre. Ein dekadentes Keks-Sandwich nach dem anderen verschwindet in meiner Kruemelluke, und ich gratuliere mir im Stillen zur Verlaengerung des Fitnessstudio-Vertrags. Wie es aussieht, werde ich dort demnaechst sehr viel Zeit verbringen, denn neben den schokoladigen „Melting Moments“ habe ich auch eine helle Variante mit Nutella und Karamell gebacken, die ich bereits sehr ausgiebig gekostet habe, und die ihr euch ab heute in Ninas Foogblogger-Charts anschauen koennt.

Melting Moments
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Zartes Gebaeck mit einer Fuellung aus Schokoladen-Buttercreme und Erdnussbutter
Zutaten
  • Kekse
  • 180g Butter, zimmerwarm
  • 60g Puderzucker, gesiebt
  • 60g Speisestaerke
  • 1Tl Backpulver
  • 130g Mehl
  • 50g stark entoelter Kakao
  • Fuellung
  • 80g Butter, zimmerwarm
  • 80g Mocca-Sahne-Schokolade (z.B. von Sarotti oder Lindt)
  • 40g Schlagsahne
  • 50g Erdnussbutter (creamy)
Zubereitung
  1. Kekse: Backofen auf 180°C Ober/Unterhitze vorheizen. Die weiche Butter mit den Schlagbesen eines Handmixers hell und schaumig ruehren. Den Puderzucker und die Speisestaerke zur Butter geben und unterruehren. Das Mehl, Backpulver und den Kakao ueber den Teig sieben und ebenfalls unterruehren, bis sich alle Zutaten miteinander verbunden haben. Aus dem Teig etwa murmelgrosse Kugeln formen und diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Bachblech legen. Jede Kugel mit dem Ruecken einer Gabel leicht plattdruecken. Kekse ca. 10-12 Minuten backen, fuenf Minuten auf dem Blech ruhen lassen; erst dann vorsichtig auf ein Kuchengitter legen und vollkommen auskuehlen lassen.

  2. Fuellung: Die Sahne in der Mikrowelle erhitzen und ueber die in Stuecke gebrochene Schokolade geben. Kurz stehen lassen und dann mit einem Loeffel verruehren, bis sich Sahne und Schokolade klumpenfrei miteinander verbunden haben. Die Butter mit dem Handmixer schaumig ruehren. Die Schokoladensahne dazugeben und gut aufschlagen. Die fertige Creme in einen Spritzbeutel mit Lochtuelle (oder einen Gefrierbeutel mit abgeschnittener Ecke) fuellen und auf eine Haelfte der Kekse einen Ring aus Buttercreme spritzen. Die Erdnussbutter mit dem Handmixer kurz cremig aufschlagen. Mit einem Teeloeffel kleine Erdnussbutter-Tupfen in die Buttercreme-Ringe setzen. Je einen Keks mit und einen Keks ohne Creme zusammensetzen. Die Kekse kuehl und luftdicht lagern.