Shortbread: der leckere Langweiler

Classic Shortbread   @ yumlaut.de

Mein Geschmackssinn hat sich im Laufe des Lebens schon einige Male verändert. Konnte man mich früher mit Käse jagen, vergeht heute kaum ein Tag ohne eine Scheibe vom guten Stoff auf meiner Frühstücksstulle. Am liebsten Cheddar. Ich finde schon allein das Wort sehr toll: Cheddar. Hach!
Mein Schokosinn blieb von dieser Veränderung übrigens auch nicht verschont. Als ich ein Kind war, musste Schokolade möglichst süß sein. Und billig, damit ich sie mir vom Taschengeld leisten konnte. Dann wurde ich älter und die Schokolade dunkler und herber. Heute beiße ich ohne mit der Wimper zu zucken in Schokoladentafeln, die so zappenduster und bitter sind, dass sie eigentlich schon längst nicht mehr als Süßigkeit, sondern als Mutprobe in Alufolie gehandelt werden sollten.

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Die Bonbonniere auf dem Jugendstil-Buffet meiner Tante habe ich mein halbes Leben lang gemieden, weil sie mit schnödem Shortbread gefüllt war. Ich mochte den Keks nicht gern, weil ich ihn langweilig fand und meine unmittelbare Umgebung nach dem Essen grundsätzlich wie ein krümelübersäter Wüstenboden aussah. Heute ist es seltsamerweise die Schlichtheit, die ich an dem schottischen Gebäck so mag: weniger als eine Handvoll Zutaten, die zu einem unkomplizierten Teig zusammengefügt werden und sich im Backofen in einen herrlich buttrigen Keks verwandeln. Außerdem habe ich gelernt, wie man mürbes Gebäck isst, ohne sich dabei als Affe ohne Tischmanieren zu outen. Für den Notfall habe ich aber trotzdem heimlich einen Handstaubsauger hinterm Sofa geparkt. Muss ja niemand wissen.

Shortbread kommt in allen möglichen Formen daher, aber heute habe ich meine neue Shortbread Pan, die ich vorletzte Woche bei KDTorten erstand, mit einem wunderbaren Vanille-Shortbread eingeweiht. Der Teig, der aus dem Rezeptheft der Form stammt, kann auch problemlos in einer 20 cm , mit Backpapier ausgelegten Springform gebacken werden; eignet sich durch seinen hohen Butteranteil allerdings weniger zum Ausstechen.

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Shortbread
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Der leckere, buttrig-mürbe Keksklassiker aus England
Zutaten
  • 115g Butter, zimmerwarm
  • 40g Puderzucker
  • 1 Vanilleschote
  • 120g Mehl
  • Evtl. Puderzucker zu Bestäuben
Zubereitung
  1. Den Backofen auf 160° Ober/Unterhitze vorheizen. Die Shortbreadform fetten. Die weiche Butter mit dem Handmixer hell und cremig schlagen. Die Vanilleschote längs aufschneiden, mit einem Messer das Mark entnehmen und dies zusammen mit dem Puderzucker in die Butter rühren. Anschließend das Mehl mit dem Mixer einarbeiten. Die krümelige Masse auf ein Arbeitsbrett geben und mit den Händen nur so lange bearbeiten, bis ein zusammenhängender Teig ensteht. Den Keksteig in die Backform pressen. Die gesamte Oberfläche mit einer Gabel einstechen. Das Shortbread auf mittlerer Schiene ca. 30-35 Minuten hellbraun backen. Die Form zehn Minuten auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Das Shortbread mit einem Messer vom Rand der Form lösen und dann auf ein Holzbrett stürzen. Das noch warme Shortbread in Stücke schneiden und vollständig abkühlen lassen. Vor dem Servieren nach Bedarf mit Puderzucker bestäuben.

 

 

Comments

  1. Jasmin says:

    Wie lecker! Was hat die Form für einen Durchmesser?! :)

  2. Shortbread und schnöde!? Quatsch! :D ich liebe Shortbread…besonders den tollen Buttergeschmack. Ach…ich glaub ich muss nochmal den Freund in den Supermarkt schicken :)

  3. Ganz ehrlich gesagt, das habe ich bislang noch nie probiert. Sieht jedenfalls lecker aus :-)
    Liebe Sonntagsgrüße,
    Sabine

  4. Shortbread zu backen steht bei mir auch noch an. Sieht köstlich bröselig aus- und zu einer Tasse Kaffee/Tee sicher sehr fein.
    Schöne Bilder <3 I like it!
    Liebe Grüße, Renate

  5. Good morning, my Dear!
    What a pleasure! The Queen will be amused! And meiner Einer ebenso….
    Jetzt aber flotti – karotti ab zum 5 o’clock tea…..
    Alles Liebe
    Melli, die seit ihrer Schottlandreise süchtig ist nach shortbread,aber noch nie selber welche gebacken hat!

  6. Oh, mein Schwede würde jetzt sabbernd vorm Monitor sitzen, der liebt Shortbread sooo sehr, das es eines der wenigen süßen Dinge ist, die er sich kauft, wenn er alleine einkaufen geht. Aber der Schwede ist verhindert, weil er gerade 15 km durch den Wald rennt (bei der Hitze!!) was ich unvorstellbar finde, aber dafür hat er die knackige Figur, die man braucht um mal eben eine ordentliche Portion Butter mit Zucker und ein bißchen Mehl wegzuputzen ohne am nächsten Tag ein Kneifen im Bund ignorieren zu müssen.
    Ich werde das Rezept auf jeden Fall ausprobieren und berichten ob es in der Beliebtheit die melting moments ablösen konnte oder nicht :)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

  7. Ich lieeebe Shortbread! So einfach und doch so köstlich – hach :). Die achteckige Form deines Shortbreads sieht ja echt schick aus! Und das Muster, richtig toll. Verdammt, ich wollte doch nicht noch mehr Backformen im Schrank rumstehen haben …

    Liebe Grüße,
    Mareike

  8. Langweilig? Shortbread? Nee, niemals! Kein Stück! Ich finde den Buttergeschmack einfach genial und weißt du worauf ich bei Shortbread nie verzichte? Salz! Ich mag es , wenn man zum Schluss so einen Salzkrümel auf der Zunge hat. Ich glaub, da bin ich etwas spinnert ;-)
    Die Form ist übrigens der Knaller! Ich glaub ich muss mal wieder zu KD!
    Liebe Grüße Maren

  9. Shortbread ist einfach genial und doch nicht langweilig ;-)
    Und mit der Schokolade geht es mir wie dir -früher mochte ich weiße am liebsten, jetzt geht es dann schon eher in Richtung dunkel und 70% Kakaogehalt (aber alles was darüber noch kommt schmeckt dann doch noch bäh – aber wer weiß, wie es mir mit 50 ergeht ;-) )

    Liebe Grüße,
    Barbara

  10. Liebe Persis,
    du sprichst mir aus der Seele, denn die einfachen Sachen sind oft die schönsten. Dein Shortbread ist da wirklich ein perfektes Beispiel, denn es sieht so schön aus und kommt mit so wenig Zutaten aus, das liebe ich (und sicher schmeckt es auch so lecker, wie es aussieht ;)).
    Liebe Grüße, Christina

  11. Liebe Persis!
    Shortbread ist suuuper! So viele Kombinationen sind möglich und das zu jeder Gelegenheit!
    Und da Du uns hier noch ein schönes Rezept lieferst, habe ich auch gleich wieder einen Grund welches zu backen!
    Danke dafür!
    Sophie

  12. Um mal eine Runde klugzuscheißern: soweit ich weiß verändert sich unser Geschmack deswegen mit dem Alter, weil wir besser Bitterstoffe vertragen. Was für kleine Körper noch giftig ist, tut dem großen Körper nachher wenig an. Daher schmecken Kindern bittere Sachen (zB herbe Schoki) nicht, um mögliche Vergiftungen auszuschließen. Und ich glaube sogar, dass unsere Geschmacksrezeptoren unempfindlicher werden. Letzteres stammt aber aus dem Bereich gefährliches Halbwissen und ist nicht zu trauen ;)
    Übrigens habe ich noch nie Shortbread gegessen und fand just letzte Woche diese freakige Backkunst (http://imgur.com/gallery/IyKQT), bei der die Spinnen mit Shortbread-Cookies gemacht sind. Ob das wohl noch was anderes ist? Dein Teig sieht relativ ‘mürbe’ aus auf dem Bild? Ich dachte da nämlich sonst an ein erstklassiges Halloweengebäck!
    LG Kerstin

    • Persis says:

      Bei Bild Nummer vier hab ich mich tatsächlich gegruselt. Das Ding ist echt BÄH. Der Teig aus diesem Rezept eignet sich auf keinen Fall für solche Spinnen. Da muss schon etwas Flexibleres her. Ich wüsste jetzt spontan nicht, ob normale Mürbeteigplätzchen stabil genug wären, aber was vielleicht ginge, ist Modellierschokolade. Die ist sehr einfach herzustellen, schau mal:

      http://ofenkieker.de/grundrezepte/dekoration/modellierschokolade/

      • Ah, danke für den Tipp! Das werde ich dann denke ich wirklich mal ausprobieren an Halloween. Oder ich lasse mich von deinen Rezepten zu Halloween beeinflussen. Mal sehen…

  13. … oh jaaaaaa …. gerade wegen des feinen Buttergeschmacks…!!!

    Zauberhaft buttrig-süße Grüße … Katja

  14. Hi Persis! :)
    Wow das sieht ja einfach wieder mal spitze aus!! :) hab ich noch nie probiert aber vl wirds mal zeit! *hihi*
    Liebe Grüße, Conny

  15. Das nenn ich mal “Butter bei die Fische” ;-) Die Obergrenze des mir bekannten Butterbedarfs beim Backen ist soeben gestiegen – aber in Anbetracht dieses köstlich aussehenden Shortbreads kann ich damit ganz gut leben! Gut, das ich seit einiger Zeit eine kleine Springform habe, dann kann ich dieses Rezept mal ausprobieren! Bin schon ganz gespannt wies schmeckt!
    Liebe Grüße an dich,
    Franzi

  16. ❤️ ich hab mich schon gewundert warum du soviel Shortbread Fotos aus Pinterest gepinnt hast :) Es sieht so lecker aus !

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