Spät dran

Egal, auf welchem Blog ich mich umschaue – überall weihnachtet es ohne Ende. Da werden Früchtebrote gebacken, Pralinen gerollt und sogar die ersten imposanten Lebkuchenhäuser gebaut. Und ich? Ich habe vor gefühlten drei Stunden erst die Halloween-Keksausstecher in den Schrank geräumt und kratze mir angesichts der weihnachtlichen Back-Flut verdutzt die Birne. Im Vergleich zu meinen fleißigen Mit-Bloggern fühle ich mich wahnsinnig schlecht vorbereitet, denn mir ist auch heute noch nicht klar, welches Backwerk dies Jahr auf den Tisch kommt. Unorganisiert bin ich obendrein: beim Wegräumen der Halloween-Reste ging mir auf, dass ich nicht mal im Besitz saisontypischer Keksausstecher bin. Okay, da ist das wabbelige Bäumchen  aus Plastik; eine Gratis-Dreingabe zur Duftkerze aus dem Supermarkt, die ich letztes Jahr um diese Zeit gekauft habe. Und das weihnachtliche Stehkeks-Duo von Tchibo, das erstmalig im Jahr 2009 auftrat; damals noch als Trio (man munkelt, dass der Elch mittlerweile solo über die südeuropäischen Weihnachtsmärkte tingelt). Außerdem existiert da noch ein Lebkuchenmann, der ein Push’N Print-Ausstecher sein möchte, jedoch ausschließlich einbeinige Lebkuchenmänner produziert.

Ja, gute Vorbereitung sieht wirklich anders aus. Ich habe die dumpfe Ahnung, dass sich im Januar  niemand mehr für Weihnachtskekse vom letzten Jahr interessiert (schließlich sind wir ab Neujahr alle damit beschäftigt, den Feiertagskilos zu Leibe zu rücken, nech?) und lege deshalb heute spontan einen  Zahn zu. Tatkräftig zur Seite stehen mir dabei Peggy Porschen mit ihren Sugar Cookies, die liebe Fenta, die vor einiger Zeit das Rezept für besagte Kekse auf ihrem Blog geteilt hat, eine anständige Dosis Lebkuchengewürz, und der Wabbelbaum, über den ich noch einige Zeilen zuvor lautstark geschimpft habe. Das Ergebnis: ein wahnsinnig  toller, elastischer Keksteig, verwandelt in gefüllte Weihnachtstannen am Stiel, und mit derselben Maronencreme gefüllte runde Kekse – denn das Plastik-Bäumchen ging mir sehr schnell gehörig auf den Senkel. Deshalb liegt es jetzt auch im Müll. Isses selbst Schuld dran.

Lebkuchen-Ausstechplätzchen
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Klassische Ausstecherle im winterlichen Gewand
Zutaten
  • 200g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 200g Zucker
  • 400g Mehl
  • 1 gestrichener El Lebkuchengewürz
  • Maronencreme:
  • 50g weiche Butter
  • 60g Puderzucker
  • 60g Crema di Marroni (Z.B. von Zuegg)
  • 1 Rippe Zartbitterschokolade
  • Außerdem:
  • Eisstiele aus Holz (Bastelladen)
  • 100g Zartbitterschokolade
  • Farbige Zuckerperlen
Zubereitung
  1. Die Butter und den Zucker in eine Schüssel geben und mit dem Schlagbesen des Handmixers zu einer cremigen Masse rühren. Anschließend das Ei und Lebkuchengewürz gut unterrühren. Das Mehl über die Mischung sieben und mit dem Mixer zu einem groben Teig verarbeiten. Den Teig nochmals per Hand gut durchkneten, zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie eingewickelt 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche auf die gewünschte Dicke ausrollen, Motive ausstechen, die Kekse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und ca. 10 Minuten backen. Die Kekse sind fertig, wenn die Ränder ganz leicht braun werden. Kekse auf einem Gitter abkühlen lassen.
  2. Die Vollmilchschokolade in einem mikrowellengeeigneten Gefäß auf niedrigster Wattzahl zum Schmelzen bringen. Kurz abkühlen lassen. Die Butter und den Puderzucker in eine Schüssel geben und mit dem Schlagbesen des Handmixers zu einer cremigen Masse rühren. Die Maronencreme und Schokolade hinzufügen und gut unterrühren. Die Creme in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen (oder in einen Gefrierbeutel, von dem man nach dem Füllen eine Ecke abschneidet). Die Creme auf einen Keks spritzen, einen Stiel in die Creme drücken und einen zweiten Keks auflegen. Mit den anderen Keksen ebenso verfahren. Die Zartbitterschokolade in der Mikrowelle schmelzen. In einen Gefrierbeutel füllen und eine Ecke des Beutels abschneiden. Die Schokolade in Bahnen über die Kekse gießen, kurz anziehen lassen und dann mit Zuckerperlen dekorieren.

 

Stolz wie Bolle

Ich bin gerade so uffgeregt wie ein dreijähriger Knirps, der zuhause das erste selbstgemalte Bild aus dem Kindergarten vorzeigt, denn: ich habe mich mit meinen ungeschickten Patschepfötchen  an dieses zickige französische Gebäck namens „Macaron” gewagt! Bewaffnet mit dem Rezept von Aurélie, ganz viel Schweiß auf der Stirn und tausend in den Bart gemurmelten Stoßgebeten ging es an die Arbeit, und zu meinem großen Erstaunen sahen rund zwei Drittel des Blechs nach dem Backen tatsächlich recht annehmbar aus. Zwar mutierte das Rot zu einem hellen Rosa, das Lila wich einem schicken Straßenlaternen-Grau, und statt einer makellos glatten Oberfläche hatten meine Macarons eher die  Haut eines pickligen Teenagers, aber das ist mir sowas von schnuppe! Für den ersten Versuch bin ich mit der Ausbeute zufrieden und schwanke seitdem zwischen Erleichterung und Größenwahn. Plötzlich ist mir sogar danach, die Fäuste in Position zu bringen und meinem Back-Angstgegner Nummer zwei, der bösen runden Biskuitrolle, gehörig eins auf die Omme zu geben!

Aber bleiben wir noch kurz bei der Sache: neben den Franzmännern standen letztes Wochenende auch noch leckere Haselnuss-Nougatkugeln mit einer ordentlichen Portion Schnee aus Puderzucker auf dem Programm. Ganz nebenbei – ich habe den Verdacht, dass dies das heftigste Schneegestöber sein wird, das ich diesen Winter erleben werde. Schnüff. Genau wie die Macarons waren die Kuller für lieben Kaffeebesuch gedacht, der mit einer Lebensmittel-Unverträglichkeit lebt. Auch das war für mich Premiere: die  Zutaten nicht gedankenlos in die Schüssel zu kippen, sondern stattdessen auf den Packungen nachzuschauen, wo sich die fiesen Allergene versteckt haben könnten. Beispielsweise besteht die Füllung der Macarons aus diesem Grund aus einer Ganache mit glutenfreier Schokolade. Neben neuen Rezepten, die ich am Wochenende ausprobiert habe, konnte ich auch die altbewährten Nougatkugeln so umpimpen, dass sie voellig bedenkenlos von „Glutenikern” verputzt werden dürfen und der Geschmack trotzdem nicht auf der Strecke geblieben ist. Auch optisch konnte ich keinen Unterschied zum Original erkennen. Genau deshalb möchte ich die gelungene Abänderung heute in die Runde schmeißen.

Haselnuss-Nougat Kugeln
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Zarte Haselnusskekse mit Nougatkern
Zutaten
  • 100g Butter
  • 50g gemahlene Haselnüsse
  • 50g Puderzucker
  • 1 Ei
  • 170g Mehl (glutenfrei, Schaer Mix C)
  • ½ Tl Zimt
  • 100g Nougat (glutenfrei, z.B. Rapunzel)
  • 2 El Sahne
  • Puderzucker zum Drüberstreuen
Zubereitung
  1. Die ersten sechs Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Schlagbesen eines Handmixers grob verarbeiten. Den Teig nochmals von Hand gut durchkneten, zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einschlagen und zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Den Backofen auf 175° Ober/Unterhitze vorheizen. Aus dem Teig haselnussgrosse Kugeln formen und diese mit genügend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit dem Stiel eines Kochlöffels eine Vertiefung in jede Kugel drücken. Die Kekse ca. 15 Minuten backen und zum auskühlen auf ein Kuchengitter transferieren.

  2. Das Nougat und die Sahne zusammen in einer Schüssel über dem Wasserbad zum Schmelzen bringen und gut verrühren. Die Masse in einen Gefrierbeutel geben und leicht abkühlen lassen. Eine Ecke des Gefrierbeutels abschneiden und die Vertiefungen der Kekse mit der Nougatmasse füllen. Nach dem Erkalten mit Puderzucker bestreuen. Die Kekse sind in einer Gebäckdose verstaut mindestens eine Woche lang genießbar. So lange halten die armen Kuller bei uns allerdings niemals durch.