Gute Besserung

Es macht vielleicht einen seltsamen Eindruck, wenn man seinen Mitmenschen Ende Juli frohe Weihnachten wuenscht, aber Herzchen gehen gluecklicherweise das ganze Jahr ueber. Deshalb schaeme ich mich auch nicht, euch bereits drei Tage nach Valentin wieder mit rosafarbenem Gedoens auf die Pelle zu ruecken. Besagtes semi-selbstgemachtes Gedoens entstand als Aufmunterung fuer meinen Mann. Der tauschte letzten Mittwoch das Dienstfahrzeug gegen einen Wagen der Ambulanz und zog kurzfristig mit drei fremden Kerlen in eine spartanisch eingerichtete 1Zimmer-WG im staedtischen Krankenhaus. Auch wenn es meinem Mann relativ gut geht und der Klinikaufenthalt praeventiver Natur ist, sass der Schreck bei mir natuerlich so tief, dass die erste Nacht an Schlaf nicht zu denken war. Stattdessen bastelte ich um zwei Uhr morgens mit dem, was die Schraenke hergaben, einen kleinen Fresskorb und brachte ihn am Valentinstag an das Krankenbett meines Mannes. Weil ich mich – trotz angeborener Bastelleghastenie und so gut wie keinem Bastelbedarf in den Schubladen – dabei gar nicht mal so dusslig anstellte, hielt ich das Ergebnis in ein paar Bildern fest, die ich euch gerne zeigen moechte.

Die Schachtel da oben kommt von Tiger, einer daenischen Ladenkette, die Ende letzten Jahres auch in unserem Staedtchen ihre Zelte aufschlug. Eigentlich halte ich mich fuer immun, was niedlichen Tueddelkram betrifft, aber aus dem Tiger Store gehe ich seltsamerweise nie mit leeren Haenden raus.
Das Pappschaechtelchen beherbergt insgesamt 8 I ♥ Milka Pralinés, einzeln verpackt in Mini Muffin-Cups. Aufgemotzt wurde die Schachtel mit schickem Masking Tape von Avie Art und einem Guenthart-Zuckerherz aus dem Supermarkt; welches ich mit doppelseitigem Klebeband auf dem Deckel befestigte.

Links seht ihr Gruen-Ohr Hasen von Katjes, eingetuetet in einem kleinen Druckverschlussbeutel, und rechts eine Flasche Himbeerbrause unbekannter Marke, die im Kellerregal vor sich hinstaubte. Der herzige Strohhalm kommt von Tiger; genauso wie das Bastelpapier fuer Tueten-Topper und Flaschen-Label. Topper und Label werden uebrigens von doppelseitigem Klebeband gehalten. Die Zuckerherzen stammen wieder aus der Backzubehoer-Ecke des Supermarkts und der Papieranhaenger von Avie Art. Woher ich das weisse Band habe, weiss ich nicht mehr. Ist euch uebrigens aufgefallen, dass der Topper vom Muster her falsch herum sitzt? Das habe ich Depp tatsaechlich erst beim Zusammenschneiden der Fotos bemerkt.

Den kroenenden Abschluss bilden meine eigenpersoenlich zusammengekloppte  “Valentins-Edition” der Schoko Hobbits von Brandt und Tic Tac (Strawberry Mix) im Herzchengewand. Die Kekse legte ich auf einen Teller und erwaermte sie nur so lange in der Mikrowelle, bis die Schokoladenglasur anfing zu glaenzen. Dann streute ich etwas Zuckerdekor von Tiger auf die Kekse und stellte sie zum Aushaerten kurz in den Kuehlschrank. Eingepackt wurden die Kekse in einer Papieruete mit Blockboden, aber leider habe ich versaeumt, davon ein Bild zu machen. Die Quellen fuer das Bastelpapier und das weisse Zuckerherz sind wieder Tiger bzw. Guenthart.

Das Tiger-Gewinnspiel ist geschlossen. Vielen Dank für eure rege Teilnahme! Der Gewinner steht fest: Random.org hat entschieden, dass die Artikel von Tiger an Nova gehen. Herzlichen Glueckwunsch! Ich werde mich mit Dir in Verbindung setzen. Uebrigens: meinen Mann habe ich zwischenzeitlich zurueckbekommen, wenn auch leicht laediert. Aber das wird schon wieder!
Ausserdem wurde ich einige Male gefragt, woher die Eule stammt. Den Flattermann habe ich bei Impressionen eingefangen.

Meine kleine DIY-Aktion reihe ich gerne bei Annette von blick7 ein, die diesen Monat im Rahmen ihres Herzblutprojekts Dinge zum Thema “Schoen, dass es Dich gibt” sammelt.

herzblut02

 

 

Valentins-Terror

Ein dicklicher Juengling mit Fluegeln hintendran hat mich in seiner Gewalt. Er braucht was fuer den Insulinspiegel, vorher laesst er mich nicht gehen. Irgendwas Suesses; Geschmacksrichtung ist ihm Wumpe, nur rosa und herzig muss es sein. Wenn ich nicht spure, oder ihn gar belaechle, weil rosa Herzchen n bisschen unmaennlich sind, will der minderjaehrige Bogenschuetze seine Waffe genau dorthin richten, wo es am meisten schmerzt.

Ich zoegere keine Sekunde und greife furchtlos zur Ruehrschuessel. Wenn Junior das Aroma des gewuenschten Naschwerks voellig Banane ist, soll er auch Banane bekommen, denn von den schwarzbraunen Teilen, die ein Obsthaendler mir im Januar urspruenglich als pflueckfrische Suedfruechte verkaufte, gibt es hier reichlich.

Ausserdem bekomme ich so endlich mal die Gelegenheit, ein bestimmtes Rezept von Vegan Guerilla auszuprobieren, um das ich schon laenger herumschleiche. Das Bild eines anbetungswuerdigen Stueck Kuchens, 35 Kommentare und zwei Sesamstrassen-Bewohner koennen nicht irren – Sarahs veganer Bananen-Kuchen muss einfach gut sein.

In der Hoffnung, eine „tropische“ Version des Bananenboembchens zu basteln, tausche ich die Soja- gegen Kokosmilch, ersetze die gehackten Mandeln teilweise durch Kokosflocken und greife warum auch immer zum Zimt. Aber gegen die ueberreifen, obersuessen Bananen hat die Kokosnuss nur eine geringe Chance; die geriatrischen Staudenfruechte lassen nicht locker und uebernehmen das Ruder des guten Geschmacks. Der Kuchen, in knapp 24 Muffinfoerchen gebacken, hat nun ein feines Kokos-Aroma, ist enorm saftig und riecht dermassen gut nach Banane, dass sogar der bewaffnete Moppel ploetzlich in die Kueche trabt. Er beisst in einen Muffin, kratzt sich zufrieden am nackten Hinterteil, packt den Bogen ein und fliegt davon.

Bananen-Kokos Kuchen (vegan)
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Herzige Kuchenmuffins zum Valentinstag
Zutaten
  • 300g Mehl
  • 200g Zucker
  • 1Tl Natron
  • 2Tl Backpulver
  • ½ Tl Zimt
  • 125ml geschmacksneutrales Oel
  • 250ml Kokosmilch
  • 4 ueberreife Bananen
  • 70g gehackte Mandeln
  • 70g Kokosraspeln
  • 100g Schokolade (Zartbitter)
Zubereitung
  1. Den Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Die Schokolade kleinhacken. Die Bananen schaelen und puerieren. Mehl, Zucker, Natron und Backpulver in eine Schuessel sieben. Zimt, Oel und Kokosmilch zugeben und mit den Schlagbesen eines Handmixers verruehren. Das Bananenmus hinzugeben und ebenfalls gut unterruehren. Die Mandeln, Kokosraspeln und Schokolade unterheben. Den Teig auf ca. 24 Muffinfoermchen verteilen und ungefaehr 20 Minuten backen. Auf einem Gitter auskuehlen lassen.
Hinweis
Hübsch: Zuckerdeko auf die rohen Teigportionen streuen und mitbacken.

 

Verzeih mir

Hallo Claudia, Laura, Fenta und Kati! Ihr vier Damen habt mich in den letzten Wochen unabhaengig voneinander getaggt. Dafuer moechte ich mich dolle bei euch bedanken! Ich finde es toll, dass euch mein kleines Blog gefaellt. Aber auch wenn ich mich enorm ueber das Lob freue, habe ich mich dazu entschlossen, an dieser Stelle offiziell von dem Award-Karussell abzusteigen. Ich bin jedes Mal aufs Neue darueber verunsichert, wie ich auf diese Art der Anerkennung reagieren soll. Die Verleihung von Awards ist naemlich oft an Regeln und Verpflichtungen gebunden, mit denen ich mich nicht wirklich anfreunden kann. Ich hoffe, ihr seid darueber nicht boese und moegt mit mir die keksige Version einer Friedenspfeife rauchen knabbern.

Das Rezept zu den Keksen fand ich bei „himmlische Suessigkeiten“. Anna bezeichnet sie als „Turborezept“ und uebertreibt damit nicht im Geringsten. Der Teig ist in weniger als fuenf Minuten zusammengekloppt, in unter zehn Minuten gebacken und die fertige Portion Kekse in Sekundenbruchteilen inhaliert. Das geht so flott, dass ich mich in dieser Woche insgesamt sogar zweimal dazu hinreissen liess, das zarte Gebaeck  nachzubasteln. In Runde Nummer zwei musste ich allerdings die Zutaten etwas anpassen, da mir das Erdbeer-Puddingpulver ausging und von der Schlagsahne ebenfalls nichts mehr uebrig war. Doch auch mit Vanillepudding als Ersatz war der Teig immer noch sehr pink und schrie foermlich nach Valentins-Kitsch. Ich konnte es mir deshalb nicht verkneifen, die zweite Ladung herzfoermig auszustechen und die fertigen Kekse mit rotem Marzipan zu dekorieren, von dem leider viel zu viel uebrig blieb.

Da mich nichts nervoeser macht als ein angebrochenes Paket goettlich-zuckriger Mandelmasse, piekste ich aus dem Rest Marzipan weitere Herzen aus, liess sie eine halbe Stunde antrocknen, tauchte sie dann in fluessige Vollmilchschokolade, verpackte die fertigen Herzen und verschenkte sie ganz schnell weiter. Den Trennungsschmerz versuessten mir danach die Kekse, welche – wie schon ihre Kameraden aus Runde eins – in Rekordgeschwindigkeit vernichtet wurden.

Erdbeer-Herzchen
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Herzkekse mit Erdbeergeschmack und Marzipanauflegern zum Valentinstag
Zutaten
  • 1 Tuete Puddingpulver Vanille
  • 1 Tuete Puddingpulver Erdbeere
  • 75g Butter, weich
  • 30g Puderzucker
  • 40g Mehl
  • 1 Portionsbecher (10g) Kaffeesahne
  • 70g rote Marzipan-Rohmasse
  • Etwas Puderzucker zum Ausrollen/ Einkneten
  • 1 Tl Zuckerruebensirup als Kleber
Zubereitung
  1. Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Butter und Puderzucker mit dem Schlagbesen eines Handmixers cremig schlagen. Puddingpulver, Mehl und Kaffeesahne hinzugeben, kurz mit dem Mixer vermengen und dann mit den Haenden zu einer Teigkugel kneten. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsflaeche vorsichtig auf ca. 5mm Staerke ausrollen (dabei eventuell den Teigroller mit Mehl bestaeuben, falls der Teig zu klebrig sein sollte). Herzen ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Die Herzen nun ca.8 Minuten backen. Kurz auf dem Blech ruhen lassen und dann auf ein Kuchengitter transferieren.

  2. Arbeitsflaeche leicht mit Puderzucker bestaeuben, Marzipan darauf ausrollen und Herzen ausstechen (falls das Marzipan zu klebrig zum Ausrollen sein sollte, muss vorher etwas Puderzucker eingeknetet werden). Mit einem Pinsel einen Hauch Zuckerruebensirup auf die Erdbeerkekse auftragen und die Marzipanherzen aufkleben. Die Kekse in einer Tupperdose luftdicht aufbewahren.