Zwei Fliegen, eine Klappe

Ich bin eine recht bequeme Person und finde es immer ganz toll, wenn man mehrere Dinge gleichzeitig erledigen kann, ohne zusätzlichen Aufwand betreiben zu müssen. Deshalb erinnere ich mich auch so gerne an das Bad in meiner ersten Wohnung zurück, das so klein war, dass ich gleichzeitig duschen und vor dem Waschbeckenspiegel die Augenbrauen zupfen konnte. Fand ich prima. Und im letzten Winter habe ich erfreut festgestellt, dass Schnee schippen und telefonieren als Tätigkeiten recht gut harmonieren – vorausgesetzt, der Gesprächspartner lässt sich nicht von gelegentlichem Schnaufen und Nase hochziehen irritieren. Auch die Stunde im unbequemen Wartezimmer des Einwohnermeldeamts fühlte sich plötzlich sehr produktiv an, sobald das Strickzeug auf dem Schoß lag. Es sprang sogar ein doppelter Effizienzbonus  dabei heraus, weil mitwartende Menschen zum Wolle halten genötigt und auf diese Weise neue  – wenn auch nicht längerfristige – Kontakte geknüpft wurden.

Und weil ich so ein faules Stück bin, sind mir diese verboten leckeren Brownies gleich aus mehreren Gründen sehr ans Herz gewachsen: erstens sind sie in nur fünf Minuten zusammengerührt und müssen nicht in den Backofen. Zweitens katapultiert sie der Stiel im Popöchen ein beachtliches Stück die Kuchen-Hipness-Skala hinauf. Drittens gehen sie mit ihren herzigen Marzipanauflegern sogar als Gebäck für den anstehenden Valentinstag durch. Und viertens konnte ich endlich mal einen Keksstempel einsetzen, der schon so lange im hintersten Teil der Kiste mit den Ausstechern lag, dass ich sein Vorhandensein bereits vergessen hatte.

Falls ihr also noch ein süßes Valentins-Mitbringsel für den/die/das Liebste(n) sucht, macht es wie ich: sagt’s mit Liebe, Marzipan und Bequemlichkeit.

Raw Brownie-Marzipan Pops
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Rohköstlich zum Valentinstag: Brownies am Stiel mit gestempelten Marzipan-Auflegern
Zutaten
  • Brownies:
  • 100g Mandeln, geschält
  • 50g Walnüsse
  • 200g Medjool Datteln, entkernt
  • 25g Kokosfett, flüssig
  • 30g Kakaopulver, roh
  • ¼ Tl Zimt
  • Marzipan:
  • 200g Mandeln, ungeschält
  • Ca. 60-80ml Agavendicksaft
  • Puderzucker, roh
  • Optional: rote Lebensmittelfarbe, Cake Pop Bags (z.B. House of Marie), Bakers Twine
Zubereitung
  1. Brownies: Mandeln und Walnüsse in eine Schüssel, die Datteln in eine zweite Schüssel legen. Nüsse und Datteln mit warmem Wasser übergießen. Die Nüsse nach einer Minute in einem Sieb abtropfen lassen und anschließend im Blender hacken. Die Datteln ebenfalls abtropfen lassen, zu den Nüssen geben und noch einmal mixen. Kokosfett, Kakao und Zimt hinzugeben und so lange mixen, bis ein glatter, fester Teigball entstanden ist. Den Brownieteig mit den Händen kneten, auf Backpapier legen und mit einem weiteren Stück Backpapier abdecken. Den Teig mit einem Rollholz ca. 10mm dick auswälzen. Kreise ausstehen, auf ein Backpapier legen und im Kühlschrank fest werden lassen.

  2. Marzipan: Mandeln in warmem Wasser einweichen, dann in einen Sieb abtropfen. Die Haut der Mandeln abziehen, die Kerne auf ein Backblech legen und ca. 15 Minuten im Backofen abtrocknen. Anschließend im Blender mahlen, bis Öl austritt und eine Paste entsteht. Die Mandelpaste auf die Arbeitsfläche geben und mit den Agavendicksaft schluckweise unterkneten. Das fertige Marzipan zu einem Ball formen, in Frischhaltefolie einschlagen und einige Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

  3. Die Arbeitsfläche mit Puderzucker bestäuben, das Marzipan nach Wunsch färben und mit einem Rollholz ca. 5mm dick auswälzen. Einen Keksstempel dünn mit Puderzucker bestäuben, in das Marzipan drücken und den Abdruck anschließend mit einem Keksförmchen ausstechen. Je einen gestempelten Marzipankreis auf einen runden Brownie legen und festdrücken. Eventuell vorhandene Puderzuckerreste mit einem weichen Pinsel entfernen. Zum Schluß einen Eisstiel vorsichtig bis zur Hälfte in die Brownies schieben. Die fertigen Brownie-Pops in Cake Pop-Tütchen stecken und mit einem Band verschließen.

  4. (Brownies nach Himmlische Süßigkeiten)

 

Flotte Muttertagsfreuden

Heute werden Bilderrahmen mit Nudeln beklebt, holprige Verse einstudiert und Pralinen mit Geschenkpapier umwickelt, denn der Muttertag steht kurz bevor. Ein Datum, das besonders die erwachseneren Kinder gerne mal so lange verdrängen, bis es fast zu spät ist und sie sich zur Strafe am Morgen des Muttertags mit anderen Spätzündern im Blumenladen um den letzten kümmerlichen Rosenstrauß prügeln müssen. Nicht, daß ich auf dem Gebiet schon mal Erfahrungen gemacht hätte …

Dass die Suche nach einem passenden Muttertagsgeschenk deutlich entspannter und persönlicher ablaufen kann, zeigt heute mein reizendes Handmodel, indem es ein Törtchen für eine Frau zaubern wird, die laut seiner Aussage „die beste Mutter von Welt“ ist. Das niedliche Kalorienbömbchen für zwei bis drei Personen hat einen Durchmesser von 12 cm und passt bequem auf einen Frühstücksteller. Das Rezept zum Biskuit stammt aus dem „Torten dekorieren“ Heft 1. Ich habe es für unseren Verwendungszweck heruntergerechnet und in einer rechteckigen Form gebacken. Falls ihr also noch einen schnellen Glücklichmacher für eure Mutti braucht – hier isser. Es gibt keine Ausrede mehr!

Muttertagstörtchen
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Ein Zwergen-Törtchen mit Biskuit, Sahne und ganz viel Herz
Zutaten
  • Victoria-Biskuit
  • 130g Butter, zimmerwarm
  • 130g Zucker
  • 2 große Eier
  • 130g Mehl
  • 3Tl Backpulver
  • Füllung & Dekor
  • 2 El Erdbeermarmelade
  • 300g kalte Schlagsahne
  • 1,5 Tütchen Sahnesteif
  • 2 Tütchen Vanillezucker
  • Rosa Lebensmittelfarbe
  • Werkzeug
  • Herzausstecher
  • geschlossene Sterntülle
Zubereitung
  1. Den Backofen auf 190° Ober/Unterhitze vorheizen. Eine rechteckige Form von ca. 25×18 cm einfetten und mit Backpapier auslegen. Butter und Zucker mit einem Handmixer mehrere Minuten schlagen, bis die Masse schaumig ist. Die Eier nacheinander je eine Minute unterrühren. Mehl und Backpulver über die Mischung sieben und ebenfalls unterrühren. Sollte der Teig nicht fließfähig sein, kann Milch schluckweise untergerührt werden. Den Teig nun in die Form geben und glattstreichen. Auf mittlerer Schiene rund 20 Minuten backen. Den Kuchen auf ein Gitter stürzen, Backpapier abziehen, ein weiteres Kuchengitter auf den Kuchen legen und umdrehen. Den Boden am einige Stunden auskühlen lassen.

  2. Einen Kreis von 12 cm Durchmesser auf ein Stück Papier zeichnen und ausschneiden. Mithilfe der so entstandenen Papierschablone zwei Kreise aus dem Biskuit schneiden. Die Schlagsahne in ein hohes Gefäß geben und mit dem Sahnesteif und dem Vanillezucker steif schlagen.

  3. Die Biskuitkreise erst mit der Marmelade, dann mit etwas ungefärbter Sahne bestreichen und zusammensetzen. Eine dünne Schicht Sahne auf der Oberfläche der Torte glatt auftragen. Den Rand eines herzförmigen Ausstechers ganz leicht mit rosa Lebensmittelfarbe einpinseln. Dann den Ausstecher vorsichtig in die Sahneschicht pressen, so dass eine Herz-Kontur entsteht.

  4. Ungefähr 50g Sahne in eine kleine Schüssel umfüllen und mit der Lebensmittelfarbe einfärben. Eine geschlossene Sterntülle in einen Spritzbeutel geben und die rosa Sahne in den Beutel füllen. Nun die Herz-Kontur mit aufgespritzten Sternchen füllen. Danach den Rand der Torte dünn mit der ungefärbten Sahne einstreichen. Die Spritztülle auswaschen und in einen neuen Spritzbeutel geben. Die restliche Sahne in den Spritzbeutel füllen und die Torte rundherum mit aufgespritzten Sternen verzieren. Wird die Sahne durch die Handwärme zu weich, legt man den Spritzbeutel zwischendurch für einige Minuten in den Kühlschrank. Die fertige Torte bis zum Verzehr im Kühlschrank lagern.

Alles neu …

… macht der Mai. Sagt man doch so, oder? Mir ist seit einiger Zeit tatsächlich ein wenig nach Veränderung, und weil der letzte Friseurtermin erst vier Wochen zurückliegt, hat es das Blog anstelle der Birne erwischt. Neu sind nicht nur Blogfarbe, sondern auch der Instagram Account, den ich vorgestern eingerichtet habe. Wenn ihr euch auf diesem Kanal mit mir unterhalten mögt, würde ich mich sehr freuen. Momentan fühle ich mich dort noch recht einsam.

Neu sind auch bebilderte Anleitungen, die ich immer mal wieder einstreuen werde. Ich kenne es von mir selbst, dass ich bei manchen Rezepten Bilder brauche, um zu begreifen, wie sie funktionieren. Für die visuellen Bäcker unter uns gibt es deshalb zukünftig ab und an was auf die Augen. Dafür zerre ich den Mann vor die Kamera, denn für kleine Tutorials braucht es natürlich ein gescheites Handmodel. Glücklicherweise bereitet ihm der Job mordsmäßige Kopfschmerzen Freude und bringt ihm ganz nebenbei hochinteressante Küchentricks bei. Zum Beispiel, wie man Kekse mit Herzchen aus Fondant verziert. Nicht nur ein wichtiger Hard Skill in der heimischen Backstube, sondern am heutigen Vatertag bestimmt auch prima Gesprächsstoff im Schatten des Bollerwagen-Sonnenschirms. Schick eingepackt und mit einem drumgetüddelten Schleifchen hat er mit den Keksen bereits jetzt schon das passende Mitbringsel für den Muttertag parat und darf sich nun ausgiebig seinem Himmelfahrtskater widmen. Ich wünsche euch noch einen schönen Feiertag und vor allem besseres Wetter, als wir es hier oben auf dem platten Land zur Zeit haben.

Orangenkekse
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Ein einfaches, aber leckeres Orangengebäck
Zutaten
  • 1 Paket (250g) weiche Butter
  • 140g Puderzucker
  • 1 großes Ei
  • 2El abgeriebene Orangenschale
  • 440g Mehl
Zubereitung
  1. Butter und Zucker mit dem Handmixer cremig schlagen. Ei und Orange unterrühren. Das Mehl drübersieben und kurz mit dem Handmixer verrühren. Den Teig mit den Händen zu einer glatten, runden Kugel kneten und diese in Frischhaltefolie einschlagen. Den Keksteig mindestens zwei Stunden, besser noch über Nacht im Kühlschrank liegen lassen.

  2. Backofen auf 175° Ober/Unterhitze vorheizen. Keksteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche auf ca. 1cm Dicke ausrollen. Mit einem runden Ausstecher mit Wellenrand (6cm Durchmesser) Kreise auspieksen. Kekse auf mittlerer Schiene ungefähr 10-12 Minuten backen lassen. Sie sind fertig, wenn der Rand anfängt, sich zu bräunen. Kekse auf einem Gitter auskühlen lassen. Luftdicht aufbewahrt sind die Kekse mehrere Wochen frisch und lecker.

Dekoration für Orangenkekse
 
Superschnelle Deko-Idee für Muttertagskekse
Zutaten
  • 250g weissen Fondant
  • 250g gelben Fondant
  • Puderzucker zum Auswellen
  • Honig und Pinsel zum Kleben
  • Runder Ausstecher mit Wellenrand (ca. 6cm Durchmesser)
  • 2 unterschiedlich grosse Herzausstecher (z.B. Drömmar von IKEA)
  • Zahnstocher oder anderer spitzer Gegenstand
Zubereitung
  1. Weissen Fondant gut durchkneten. Eine Arbeitsfläche mit Puderzucker bestäuben und Fondant dünn darauf ausrollen. Fondant einige Minuten ruhen lassen und dann mit dem runden Ausstecher einen Kreis auspieksen. Einen Keks hauchdünn mit Honig bepinseln, den ausgestochenen Fondantkreis auflegen und vorsichtig andrücken. Mit dem Zahnstocher dekorative Löcher in den Wellenrand der Fondantdecke pieksen. Nun den gelben Fondant durchkneten und ebenfalls ausrollen. Mit dem großen herzförmigen Ausstecher ein Herz auspieksen. Dieses mit einem Hauch Honig mittig auf den weissen Fondant kleben. Den kleinen herzförmigen Ausstecher kurz in die Oberfläche des gelben Fondantherzes drücken. Voila! Die restlichen Kekse ebenfalls verzieren und luftdicht aufbewahren. Um Dellen im Fondant zu vermeiden, Kekse bitte erst stapeln, wenn die Oberfläche vollständig ausgehärtet ist. Die verzierten Kekse sind sehr lange haltbar, da Fondant hauptsächlich aus Zucker besteht und bei richtiger Lagerung lange braucht, um schlecht zu werden. Allerdings wird der Fondant mit der Zeit steinhart.