Mordsmäßig gut

Five Minute Mousse au Chocolate @yumlaut.de

Der Mörder muss nicht zwangsläufig immer der Gärtner sein. Vielleicht ist es auch nur ein kakaosüchtiger Blogger, der beim Anblick einer Portion Mousse au Chocolat voller Inbrunst verkündet:“ Für dieses leckere Schokozeug würde ich glatt jemanden töten!“
Nicht, dass ich jemanden kenne, der diesen leichtfertig ausgesprochenen Satz in die Tat umsetzen würde. Oder gar selbst dieser kakaosüchtige Blogger wäre. Oh nein, Herr Kommissar, das bestreite ich! Auch unter Eid, falls nötig.

Lisbeths sucht Tatort-Knabbereien. Futter, das schnell vorzubereiten ist und ebenso schnell in den Mund geschoben werden kann, während die bösen Buben im TV meucheln und mogeln, korrumpieren und kämpfen, ergaunern und erschleichen, um am Ende des Krimis doch von einem unrasierten Kripo-Mann im zerknitterten Trenchcoat erwischt zu werden.

Five Minute Mousse au Chocolate @yumlaut.de

Ich finde, dass diese schnelle Mousse au Chocolat aus der Molekularküche des französischen Chemikers Hervé This durchaus mit all den tollen Rezepten mithalten kann, die bereits bei Lisbeths zusammengekommen sind. Die Mousse benötigt nur zwei Zutaten, ist in rund fünf Minuten hergestellt, ohne Sahnehäubchen sogar vegan und räumt ganz nebenbei mit dem Vorurteil auf, dass Wasser und Schokolade nicht zusammenpassen.

Da Schokolade der einzige Bestandteil dieses Desserts ist, empfehle ich, auf eine Sorte von guter Qualität zurückzugreifen. In meinem Fall war es eine Tafel von Zotter. Getoppt habe ich die Mousse mit süßer Schlagsahne, da mir der herbe Schokoladengeschmack sonst eine Spur zu intensiv gewesen wäre. Und ein paar Schokospäne, gehobelt mit einem Zestenreißer (oder einem ähnlich scharfen, Tatort-würdigen Mordinstrument), rundeten das Bild optisch ab.

Five Minute Mousse au Chocolate @yumlaut.de

 

Fünf Minuten-Mousse au Chocolat
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Eine leckere Schokomousse aus zwei Zutaten. Einfacher geht es wirklich nicht!
Autor:
Serves: 4
Zutaten
  • 200g gute Schokolade mit mindestens 70% Kakaoanteil
  • 180ml Wasser
  • Optional: Süße, aufgeschlagene Sahne und Schokospäne
Zubereitung
  1. Zwei ineinanderpassende Schüsseln vorbereiten. Die erste mit Eiswürfel füllen, die zweite, kleinere Schüssel in die erste stellen (ich nehme dafür Metall-Schüsseln, da diese Kälte schnell weiterleiten). Die gehackte Schokolade und das Wasser in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze zum Schmelzen bringen. Dabei ab und zu mit einem Schneebesen umrühren. Die flüssige Schokolade nun in die Schüssel im Eisbad umfüllen. Sofort mit dem Schneebesen kräftig durchschlagen. Die Schokolade wird nach wenigen Minuten dickflüssiger und erreicht durch das ständige Schlagen schließlich die Konsistenz einer cremigen Mousse. Die Creme nun in vier Portionsgläser umfüllen und sofort servieren, oder aber einige Stunden in den Kühlschrank stellen, damit sie durchkühlt und etwas fester wird.
Hinweis
In diesem Video kann man dem englischen Küchenchef Heston Blumenthal dabei zusehen, wie er die Mousse zubereitet.

 

The Walking Doof

Tag eins in einer postapokalyptischen Zombiewelt: ich sperre einen untoten, hirnlos sabbernden Ehemann im Badezimmer ein, sammle meine Siebensachen zusammen, hetze die Treppe hinunter und verrammle mich ängstlich im Keller. Hier gibt es ein Regal mit eingemachten Lebensmitteln und ausreichend Wasser. Ich sollte eine ganze Weile sicher sein.

Tag sieben einer postapokalyptischen Zombiewelt: ein erschöpfter Überlebender rettet sich mit allerletzter Kraft in ein leer stehendes Haus. Gewaltsam verschafft er sich Zutritt zum Keller und findet dort eine weibliche Leiche vor. Die tote Frau liegt mit dem Gesicht nach unten auf dem Zementboden; ein Glas Erdbeermarmelade in der linken, einen verbeulten Glasöffner in der rechten Hand. Was ist passiert?

Des Rätsels Lösung ist so banal wie peinlich: mit meinen kraftlosen Puddingärmchen schaffe ich es nicht, festsitzende Deckel von ihren Behältnissen zu trennen. Und mit den handelsüblichen Glasöffnern kann ich passenderweise auch nicht umgehen. Im Falle der theoretischen Zombie-Apokalypse würde ich also direkt vor dem prall gefüllten Kellerregal verhungern – es sei denn, ich bäte den hirnlos sabbernden Ehemann, mir ein Glas Pesto aufzumachen. Aber selbst in einer Welt voller Untoter hätte ich dafür zu viel Stolz.

Für diese Gugl da oben waren eigentlich Schattenmorellen eingeplant. Da aber kein Ehemann – weder untot noch quicklebendig – in der Nähe war, um mir das dämliche Glas aufzudrehen, wurden die Kirschen kurzerhand gestrichen. Stattdessen spendierte ich den leckeren Küchlein nach dem Backen eine Runde Schokokrönchen und silbernes BlingBling als Ablenkung für das fehlende Steinobst. Ausserdem blieb ein wenig Teig über, aus dem ich zwölf Mini-Gugl gebacken und zusammen mit weiteren Küchen-Resten in schönster MacGyver-Manier zu einem flotten kleinen Dessert weiterverarbeitet habe. Und mit „klein“ meine ich „winzig“ – die Gläschen waren ursprünglich mal „Petit Desserts“ von Aldi.

Die zwei Varianten möchte ich sehr gerne bei Claras aktueller #ichbacksmir Runde loswerden. Es kommt selten genug vor, dass ich zeitnah bei einem Blogevent mitmache. Dass ich es diesen Monat rechtzeitig zum Tastesheriff schaffe, freut mich deshalb besonders.

Schoko-Gugl
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Saftige Schokoküchlein mit sahnigem Frostinghäubchen
Zutaten
  • 120g weiche Butter
  • 100g Zucker
  • 2 Eier
  • 1 Tl Rum
  • 50g Zartbitter-Schokolade
  • 40g Puddingpulver Tiramisu (oder Schokolade)
  • 60g Mehl
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • 20g gemahlene Mandeln
  • 20g Schokostreusel
  • 100g Schlagsahne
  • 100g Zartbitter-Schokolade
  • Blattsilber (z.B. von KD Torten)
Zubereitung
  1. Die 200g Schokolade in Stücke brechen und in ein mikrowellenfestes Gefäß geben. Die Schlagsahne über die Schokolade gießen. Auf niedriger Wattzahl in 60 Sekunden-Intervallen vorsichtig erhitzen und dabei ab und an umrühren, bis sich Sahne und Schokolade vollständig zu einer glatten Masse verbunden haben. Die Ganache anschließend in den Kühlschrank stellen.

  2. Backofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Die 50g Schokolade in der Mikrowelle schmelzen. Butter, Eier und Zucker mit dem Mixer geschmeidig schlagen. Anschließend die flüssige, leicht abgekühlte Schokolade und den Rum unterrühren. Backpulver, Mehl und Puddingpulver zum Teig geben und ebenfalls untermixen. Mandeln und Schokostreusel unterheben und den fertigen Teig auf ca. 8 Muffinförmchen verteilen. Auf mittlerer Schiene 25 Minuten backen; danach auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

  3. Die Ganache aus dem Kühlschrank nehmen und mit dem Handmixer kurz aufschlagen. In einen Spitzbeutel mit Sterntülle füllen und auf die abgekühlten Küchlein spritzen. Mit Blattsilber dekorieren.

 

Mini-Gugl Tiramisu
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
"Reste"-Tiramisu mit Schokoküchlein, Vanillepudding, Banane und Kokoslikör
Zutaten
  • 12 Mini-Gugl Schokogeschmack
  • 100g Frischkäse, Doppelrahmstufe
  • 150g fertiger Vanillepudding
  • Kokoslikör zum tränken
  • ½ kleine Banane, in Scheiben geschnitten
  • Karamellsoße
Zubereitung
  1. Gläser zu je 100ml Fassungsvermögen bereitstellen. Frischkäse und Vanillepudding in eine Schüssel geben und mit einem Schneebesen cremig rühren. Etwas Kaffeelikör in ein Tässchen gießen. Einen Mini-Gugl in den Likör stippen, in ein Glas setzen und mit zwei bis drei Bananenscheiben bedecken. Einen weiteren, mit Likör getränkten Gugl auf die Bananenscheiben setzen. Danach komplett mit Frischkäsecreme bedecken. Einen letzten trockenen Gugl auf das Dessert setzen, mit einer Bananenscheibe und ½ TK Karamellsoße garnieren.

No Bake Karamell Käsekuchen im Glas

Au weia. Ist mir fast ein wenig peinlich, einfach so ins Blog reinzuschlappen und so zu tun, als sei nichts gewesen. Dabei herrschte hier ein Monat über die totale Funkstille. Vier lange Wochen – das ist in Blogger-und Hundejahren ein knackiges halbes Jahr, in dem ich mich einfach so dem Netzgeschehen entzogen habe. Eine gefühlte Ewigkeit! Erkennt man mich noch, oder sollte ich mich vielleicht neu vorstellen?

Auf der faulen Haut lag ich in den letzten Wochen allerdings nicht. Ich habe mir im Urlaub Ostseewind um die Nase wehen lassen und mich beim Shred vor der Wohnzimmer-Glotze zum Larry gemacht. Ich habe einen überirdischen Mandelkuchen und einen unterirdischen Kokosnusskuchen gebacken. Ich habe das Blog etwas umstrukturiert, ein neues Template installiert und den babyblauen Hintergrund gegen ein dezentes Chevron-Muster ausgetauscht. Und dabei habe ich überrascht festgestellt, dass mein Blog tatsächlich kein babyblauer Säugling mehr ist, sondern mitten in der Pubertät steckt. Ein Teenager mit piepsiger Stimme und Pickel auf der Stirn. Einer, der sich gerne mal nach anderen hübschen Teenie-Blogs umdreht und erste Erfahrungen mit Alkohol in Form beschickerter Dessert-Rezepte sammelt.

Und wo wir so schön beim Thema sind: der käsecremige Nachtisch mit leichtem Schwips, dessen Rezept bereits seit 14 Tagen (in Blogger-und Hundejahren also ein Vierteljahr) auf meiner Festplatte herumlungert, war ursprünglich als Mitbringsel für den Bloggeburtstag von Carina gedacht. Tja, diesen Zug habe ich gründlich verpasst! Trotzdem möchte ich euch den Käsekuchen im Glas keinesfalls vorenthalten, wenn auch nicht ohne die zusätzliche Warnung, dass der Genuss einer solch hochdosierten Karamellbombe in Maßen und vorsichtig vonstattengehen sollte.

No Bake Karamell Käsekuchen im Glas
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Ein gehaltvolles Dessert für abgehärtete Karamell-Junkies
Zutaten
  • 100g Karamellgebäck (z.B. von Lotus)
  • 50g Butter
  • 100g Karamellcreme (z.B. Speculoos von Lotus)
  • 200g Frischkäse, Doppelrahmstufe
  • 250g Mascarpone
  • ein großzügiger Schluck Toffee-Likör (z.B. Dooley's)
  • 200g Schlagsahne, gekühlt
  • 1 Beutelchen Vanillezucker
  • 1 Beutelchen Sahnesteif
  • Salzkaramell-Soße
  • 4 Karamellkekse
Zubereitung
  1. Die 100g Karamellgebäck mit der Küchenmaschine fein mahlen. Die Butter in der Mikrowelle schmelzen und anschließend mit den gemahlenen Keksen verrühren. Die Keksepaste auf vier Gläser à 170ml Inhalt verteilen, die Oberfläche glattstreichen und Gläser eine Viertelstunde in den Kühlschrank stellen.

  2. Karamellcreme und Frischkäse mit dem Handmixer auf mittlerer Stufe cremig rühren. Mascarpone hinzugeben ebenfalls gründlich unterrühren. Die Creme mit dem Toffeelikör abschmecken, in einen Spritzbeutel ohne Tülle (oder in einen Gefrierbeutel, von dem eine Ecke abgeschnitten wird) füllen und auf die vier Dessertgläser verteilen.

  3. Die Schlagsahne mit Sahnesteif und Vanillezucker steif schlagen. Danach in einen Spritzbeutel mit offener Sterntülle geben und die Frischkäsecreme mit Sahneswirls verzieren. Zum Schluss je einen Keks in die Sahnehaube stecken und die Dessertgläser mit der Salzkaramell-Soße servieren.