Das Ende des Blog-Events und Orangen-Shortbread von Anna

Guten Abend. Ich bin der lebende Beweis dafür, dass man einen gesamten Sonntag – plus Gratisstunde dank Zeitumstellung – damit verbringen kann, einen appetitanregenden Berg Shortbread-Rezepte zu bestaunen. Und zwar so sehr, dass man darüber die Uhr und somit auch den geplanten Blogbeitrag vergisst. Mittlerweile ist es derart spät, dass ihr wahrscheinlich längst an euren Matratzen horcht und ich hier ein Selbstgespräch führe. Aber das macht nix – so habe ich die geballte Ladung Krümelgebäck noch einen Moment für mich alleine, bevor ich vom Shortbread Blog-Event Abschied nehmen muss.

Ich möchte mich bei euch allen für eure tollen Rezepte bedanken! Zuerst hatte ich etwas Bammel und war mir nicht sicher, ob die Shortbread-Geschichte überhaupt Anklang finden würde, aber dann kamt ihr ganz selbstverständlich mit all euren leckeren Keks-Variationen um die Ecke. Besonders in den letzten Tagen stand der Zähler der Liste kaum still, und mit jedem zusätzlichen Rezept hüpfte mein Herz vor Freude.

Einige Rezepte müssen noch unbedingt von mir besucht werden. Das werde ich Morgen nachholen! Außerdem bekommt ihr alle von mir einen Kommentar, in dem steht, dass ihr die Regeln für das Voting in diesem Beitrag nachlesen könnt. Ich bin sehr gespannt, wer das Rennen machen wird.

Zum Schluß möchte ich euch ein Rezept vorstellen, das von einer Leserin ohne Blog eingereicht wurde. Anna hat dieses feine Shortbread gebacken und mir die Erlaubnis gegeben, das Rezept mit euch zu teilen. Vorhang auf für Anna!

Wenn die japanische auf die schottische Teekultur trifft: Orangen-Shortbread mit einem Häubchen aus Matcha-Baiser

Im September war ich für zwei Wochen in Japan und noch heute überwältigen mich die vielen Eindrücke dieser faszinierenden Kultur. Natürlich reichte die Zeit nicht, um alles zu sehen, auszuprobieren oder zu kosten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aber ein weiches Milchbrötchen, welches ich mir eines Morgens aus dem Supermarkt geholt habe. Ohne die Schriftzeichen zu verstehen, einzig durch die zartgrüne Glasur angelockt, nahm ich es mit. Es war innen mit einer Orangen-Creme gefüllt, die wunderbar mit dem Geschmack des grünen Tees harmonierte.

Genug Inspiration, um diese Verbindung auch mit einem Shortbread zu testen. Und Matcha-Pulver ist ja zum Glück auch hier erhältlich.

Ich habe mich für ein klassisches Orangen-Shortbread entschieden und diesem ein Häubchen aus zweifarbigem Baiser aufgesetzt. Da ich nur natürliche Zutaten verwendet habe, sind die Farben relativ hell. Für eine intensivere Färbung kann Lebensmittelfarbe verwendet werden.

Da das Baiser einige Zeit zum Trocknen benötigt, würde ich damit anfangen. Dieser Schritt kann auch schon einen Tag vorher erfolgen.

Wenn die japanische auf die schottische Teekultur trifft: Orangen-Shortbread mit einem Häubchen aus Matcha-Baiser

Orangen-Shortbread mit Matcha-Baiser
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Wenn die japanische auf die schottische Teekultur trifft: Orangen-Shortbread mit einem Häubchen aus Matcha-Baiser
Autor:
Zutaten
  • Matcha-Baiser
  • 1 Eiweiß
  • 50 g Zucker
  • 25 g Puderzucker
  • 1 TL Speisestärke
  • 1-2 Chashaku (bzw. ½-1 TL) Matcha
  • Orangen-Shortbread
  • 125 g weiche Butter
  • 40 g Zucker
  • 25 g Puderzucker
  • 225 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1-2 EL abgeriebene Schale einer BIO-Orange
  • Optional 1 EL Butter-Vanille Aroma
Zubereitung
  1. Baiser: Den Ofen auf 80° (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Das Eiweiß mit dem Rührer steif schlagen und dabei nach und nach den Zucker zugeben. Weiterschlagen, bis das Eiweiß richtig fest und schön glänzend ist. Puderzucker mit der Speisestärke sieben und vorsichtig unter den Eischnee rühren, damit die Konsistenz nicht zerstört wird. Die Masse einmal halbieren. Die weißen Baisertuffs können schon mithilfe eines Spritzbeutels und einer Sterntülle auf ein Backblech gespritzt werden. Die andere Hälfte der Eiweißmasse wird nun mit dem Matcha verfeinert. Das Pulver ebenfalls sieben und vorsichtig unterheben. Es kann sein, dass der Eischnee durch die Zugabe des Pulvers nicht mehr ganz so fest ist. Aber das ist kein Problem. Wieder kleine Tuffs auf das Backblech geben und nun das Ganze für 2 Stunden in den Ofen schieben, bis sie gut durchgetrocknet sind.

  2. Shortbread: Den Ofen auf 160° (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Butter mit dem Zucker schaumig schlagen. Die Orange gut abspülen und etwas von der Schale abreiben. Mit dem Puderzucker, Mehl und Salz mischen und nach und nach zum Teig geben. Das Butter-Vanille Aroma hinzufügen. Zu einem Mürbteig verarbeiten, ausrollen und kleine runde Kekse ausstechen. Dabei mit einer Gabel oder einem Holzstäbchen Löcher in den Rand piksen. Ca. 15 Minuten backen. Die Kekse dürfen nicht zu braun werden! Anschließend abkühlen lassen.

  3. Für die Fertigstellung wird noch weiße Schokolade und Matcha-Pulver benötigt. Die weiße Schokolade langsam schmelzen und je nach gewünschter Farbintensität das Matcha-Pulver in gesiebter Form unterrühren. Nun können die zweifarbigen Baiser-Tuffs auf das Shortbread „geklebt“ und verziert werden.

 

Pumpkin Spice Latte & Sirup

Simpel, flott und mindestens genauso lecker wie der große Bruder von Starbucks

Stellen wir uns mal vor, wir zwei sitzen uns zum ersten Mal in einer Starbucks-Filiale gegenüber; an einem der ruhigen Ecktische mit den Kuschelsesseln. Zwischen uns steht ein Tablett mit New York Cheesecake und zwei großen Tassen Pumpkin Spice Latte. Du greifst gerade zur Kuchengabel, als von der anderen Seite des Tisches ein Geräusch ertönt, als würde sich die hartnäckige Verstopfung in einem Abflussrohr lösen.
Erschrocken schaust Du in die Richtung, aus der die unappetitlichen Laute stammen und siehst mich, wie ich vor einer leeren Tasse sitze: mit Schlagsahne im Haar und Kaffeepfütze auf dem Tisch. Wahrscheinlich auch mit einem schuldbewussten Grinsen im Gesicht, denn ich habe Dich nicht vorgewarnt, dass ich mit meinen Trink-Manieren in einer Hamburger Hafenkneipe besser aufgehoben wäre.

Vermutlich bist Du von der Szene so peinlich berührt, dass Du einen Notruf von Oma vorgaukelst (Komm nach Hause, Kind, der Dackel hat Feuer gefangen!) und Dich hastig vom Acker machst. Mein Trinkproblem und ich bleiben geknickt zurück und trauern um eine Freundschaft, die bereits zu Ende war, bevor sie überhaupt richtig begann.

Simpel, flott und mindestens genauso lecker wie der große Bruder von Starbucks
Simpel, flott und mindestens genauso lecker wie der große Bruder von Starbucks

Nicht nur wegen dieses fiktiven, aber nicht unrealistischen Vorfalls habe ich mich dieses Jahr daran gemacht, einen Klon des begehrten Heißgetränks zu basteln, den ich in der Abgeschiedenheit des heimischen Wohnzimmers schnabulieren kann, ohne mich für mein Rumsauen schämen zu müssen. Auch meinem Geldbeutel tut es gut, dass ich nicht mehr täglich in den nächsten Starbucks zockel, um den Gegenwert eines Kleinwagens in Pumpkin Spice Latte umzusetzen.
Das Schönste an diesem Rezept ist jedoch, dass ich es mit euch teilen kann. Denn ich weiß, dass ich nicht alleine bin mit meiner Sucht nach dem Kürbis. Aber wahrscheinlich bin ich die einzige Person, die sich zum Latte-trinken besser in die Badewanne setzen sollte.

Simpel, flott und mindestens genauso lecker wie der große Bruder von Starbucks

Pumpkin Spice Latte mit selbstgemachtem Sirup
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Simpel, flott und mindestens genauso lecker wie die Verwandtschaft von Starbucks
Autor:
Zutaten
  • Pumpkin Spice Syrup
  • 350ml Wasser
  • 150g brauner Zucker
  • 250g weißer Zucker
  • 1 El Pumpkin Spice
  • 80g Kürbispüree
  • 1 El Vanilleextrakt
  • Pumpkin Spice Latte
  • 250ml Milch, warm und aufgeschäumt
  • 1 Espresso
  • 2 El Pumpkin Spice Syrup
  • Schlagsahne + Pumpkin Spice
Zubereitung
  1. Sirup: Wasser und Zucker in einem hohen weiten Topf geben. Bei mittlerer Hitze rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Pumpkin Spice und Kürbispüree mit einem Löffel einrühren und die Mischung ungefähr fünfzehn Minuten ganz leicht simmern; dabei hin und wieder umrühren. Den fertigen Sirup zweimal durch ein feines Sieb in eine Schüssel passieren. Auf Zimmertemperatur herunterkühlen, das Vanilleextrakt einrühren und den Sirup durch einen Trichter in saubere, heiß ausgespülte Flaschen gießen. Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von vier Wochen aufbrauchen.

  2. Latte: Zwei Esslöffel Sirup in eine Tasse geben. Mit warmer Milch und dem Espresso aufgießen. Nach Bedarf mit Schlagsahne und Pumpkin Spice garnieren.

 

Kürbis-Käseküchlein fürs Bauchgefühl

Kürbis-Käseküchlein mit Brownie-Boden und Pumpkin Spice Dulce de Leche ~~ Pumpkin Cheesecake with Brownie Crust and Pumpkin Spice Dulce de Leche
Kürbis-Käseküchlein mit Brownie-Boden und Pumpkin Spice Dulce de Leche ~~ Pumpkin Cheesecake with Brownie Crust and Pumpkin Spice Dulce de Leche

Letzten Samstag wollte ich auf nüchternen Magen ein Vollkornbrot in der Bäckerei kaufen und verließ das Geschäft stattdessen mit Brownies und einer halben Platte Bienenstich. Wären meine Hände leer gewesen, hätte ich mir verwirrt den Kopf gekratzt.

Ich lerne auch nicht dazu: eigentlich sollte ich wissen, dass ich nicht ohne Frühstück losziehen darf, um die Wochenendeinkäufe zu erledigen. Ich kenne doch meinen Bauch, der besser quengeln kann als ein dreijähriger Knirps ohne Mittagsschlaf. Mir hätte klar sein sollen, dass mein leerer Magen keinen Bock auf Frischkäse-Bagel mit schlappem Grünzeug hat, sondern den dicken Schokobrownie aus der Bäckerei-Auslage haben will. Oder auch zwei.

Kürbis-Käseküchlein mit Brownie-Boden und Pumpkin Spice Dulce de Leche ~~ Pumpkin Cheesecake with Brownie Crust and Pumpkin Spice Dulce de Leche

Also gab es zum Samstags-Frühstück Bienenstich statt Vollkornbrot – was durchaus das Zeug zur Tradition hat – und die Brownies landeten im Eisfach. Einige Tage danach, während ich in der Küche die Zutaten für einen Kürbis-Käsekuchen zusammentrommelte, fielen mir die tiefgekühlten Schokoschlingel wieder ein. Ich taute die Brownies auf, scheuchte sie durch den Blender und ernannte die Krümel anschließend zum Kuchenboden.
Als ich drei Stunden später einen ersten Löffel cremige Kürbismasse mit Dulce de Leche und Brownie probierte, dachte ich mir, dass ich in Zukunft ruhig öfter auf meinen leeren Magen hören sollte.

Kürbis-Käseküchlein mit Brownie-Boden und Pumpkin Spice Dulce de Leche ~~ Pumpkin Cheesecake with Brownie Crust and Pumpkin Spice Dulce de Leche

Kürbis-Käseküchlein
 
Arbeitszeit
Koch/Backzeit
Insgesamt
 
Kürbis-Käseküchlein mit Brownie-Boden und Pumpkin Spice Dulce de Leche
Autor:
Zutaten
  • Pumpkin Spice Dulce de Leche
  • 400g gezuckerte Kondensmilch
  • 2 Tl Pumpkin Spice Gewürz
  • Boden
  • 150g Brownie oder Schokokuchen
  • 20g flüssige Butter
  • Füllung
  • 2 Eier
  • 200g Frischkäse
  • 100ml Schlagsahne
  • 100g Kürbispüree
  • 40g Zucker
  • 25g gemahlene Mandeln
  • 40g Mehl
  • 40g Pumpkin Spice Dulce de Leche
  • Dekoration
  • 100g gesüßte, aufgeschlagene Sahne
  • Etwas Pumpkin Spice
Zubereitung
  1. Pumpkin Spice Dulce de Leche: den Backofen auf 200° Ober/Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform auf ein tiefes Backblech stellen. Heißes Wasser angießen, so dass die Auflaufform zu einem Drittel im Wasser steht. Die gezuckerte Kondensmilch in die Form geben, mit einem Stück Alufolie abdecken und auf mittlerer Schiene ca. 60 – 90 Minuten karamellbraun backen. 2 Tl Pumpkin Spice in die warme Dulce de Leche rühren. Die fertige Creme in heiß ausgespülte Gläser füllen. Im Kühlschrank lagern und innerhalb von zehn Tagen verbrauchen.

  2. Den Backofen auf 180 Ober/Unterhitze vorheizen. Sechs ofenfeste Formen buttern. Die Brownies im Blender zu feinen Krümeln verarbeiten und anschließend mit der flüssigen Butter vermengen. Die Brownie-Butter Mischung auf den Formen verteilen und glattstreichen.

  3. Alle Zutaten für die Füllung mit einem Handmixer verrühren, in die Förmchen gießen und diese in eine Fettpfanne stellen. Heißes Wasser in die Pfanne gießen, so dass die Förmchen zur Hälfte im Wasser stehen. Die Kuchen auf mittlerer Schiene ca. 30 Minuten backen. Danach auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Mit Schlagsahne garnieren und etwas Pumpkin Spice aufstreuen.